Zwei News mit Druckpotenzial und eine good News

Zum Wochenende hin wollen wir eine kleine Rückschau anstellen und stießen auf drei ganz unterschiedliche Vorkommnisse, die sich um die E-Zigarette drehen und wegweisend sein könnten.




Fangen wir mit einer klassischen Rauchverbotsmeldung vom Wochenbeginn des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“, kurz RND, an, das mit der effektheischenden Meldung kam: „Andere Länder als Vorbild: Verbannt Deutschland Raucher bald auch aus der Außengastronomie?“ Als Vorreiter für diesen ausgemachten Verbotstrend wurden einzelne Gemeinden in England ausgemacht und Neuseeland, das bis 2025 „rauchfrei“ sein möchte. Wer sich schon an ein Rauchverbot in der deutschen Innengastronomie gewöhnt hat, dürfte auch im Sommer im Biergarten oder im Gartenlokal doch kein Problem mit einer „Fluppenfreien“ Zone haben, schließlich geht es um das große Ganze, eine Senkung der Raucherzahlen in Deutschland. Zur Konsumsenkung von Zigaretten wurde das Außenwerbeverbot erlassen und die Tabaksteuer erhöht. Und da waren dann auch ganz schnell und plötzlich die E-Zigaretten mit an Bord. Beim „Rauchverbot“ draußen könnte das Gleiche passieren. Cave canem.

Die nächste Meldung kam aus den USA. Die dortige Gesundheitsbehörde FDA hatte erstmals einer E-Zigarette eine Genehmigung erteilt, wie die FAZ meldete „Ein Durchbruch für E-Zigaretten in Amerika“. Allerdings wurde diese nur einem nikotinhaltigen von elf Produkten, die für eine Zulassung angetreten waren, eine erteilt. Und zwar der auch in Deutschland von BAT vertriebenen „Vuse“. Zwar heißt es in der Begründung der amerikanischen Behörde, die E-Zigarette sei weniger gesundheitsschädlich, „deutlich weniger toxisch“ als Tabakzigaretten, weil kein Verbrennungsprodukt und somit keine karzinogenen Stoffe entständen. Gleichzeitig wurden alle anderen zur Zulassung angetretenen Produkte, die allesamt jenseits von Tabakaromen weitere Zusatzstoffe aufwiesen, vorab keine Zulassung erteilt – ohne weitere Begründung. Jedoch, so die FDA, könnten Aromen wie Mango und Melone Jugendliche zum Dampfen bringen. Cave canem.

Wie gut, dass aus den ansonsten so verschwiegenen Sondierungsgesprächen der möglichen Ampel-Koalition zumindest diese Nachricht nach außen dringt: Eine mögliche Freigabe von Cannabis. Cave canem.




Und damit sind wir schon bei der guten Nachricht der Woche, die etwas unterging und mit der die „Ärztezeitung“ brillierte: „Suchtforscher fordern Modifizierungen im EU-Krebsplan“. Die Mitglieder der Forschergemeinschaft International Association on Smoking Control & Harm Reduction (SCOHRE)
forderten die Europäische Union auf, im Kampf gegen Tabak den harm reduction-Ansatz von E-Zigaretten nicht nur zu integrieren, sondern im Sinne von wissenschaftsbasiertem und gesundheitspolitischen einen Kurswechsel vorzunehmen.