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Wie eine Studie Stimmung macht

1. September 2022By JJS

Eine jüngst veröffentlichte Studie macht Stimmung gegen die E-Zigarette.




Die im Fachblatt “Tobacco Use Insights” veröffentlichte Untersuchung kommt zum Schluss, dass die Aufklärung für Jugendliche bezüglich des Dampfens besser werden müsse, dass Werbung eingeschränkt werden müsse, dass das Sport-Umfeld einschließlich etwaiger Vorbilder daran mitwirken müsse, Jugendliche von E-Zigaretten abzuhalten. Alles keine falschen Forderungen, aber sie wirken so, als seien neue, alarmierende Erkenntnisse durch die Forscher vorzuweisen, die hauptsächlich von der University of Georgia stammen.

Dabei ist möglicherweise sogar das Gegenteil der Fall. Der zentrale Befund, der ausführlich ausgebreitet wird, lautet: Sportliche Jugendliche im US-Bundesstaat Georgia dampfen häufiger als unsportliche. Wer zwei bis drei Tage pro Woche körperlich aktiv sei, habe ein um elf Prozent erhöhtes Risiko, zu dampfen, bei vier bis fünf Tagen seien es sogar 23 Prozent. Grundlage der Auswertung ist das “Georgia Student Health Survey 2.0” mit über 360.000 Teilnehmern.

Klingt problematisch? Das ist es deutlich weniger, wenn man in die Ergebnistabellen der Studie schaut. Denn dort wird deutlich, dass die sportlichen Jugendlichen nicht nur die E-Zigarette etwas mehr nutzen, sondern auch weniger Rauchen. Und zwar sehr deutlich weniger. Bei den moderat sportlich Aktiven ist die Raucherquote um 23 Prozent geringer, bei den sehr sportlichen Jugendlichen sogar um 37 Prozent. Und beim “Dual Use”, dem regelmäßigen Gebrauch von E-Zigarette und Tabak, ist die Quote sogar um 47 beziehungsweise 55 Prozent niedriger.

Jeder Jugendliche, der dampft, ist einer zu viel. Aber die Studie könnte, ja sollte sogar ganz andere Interpretationen der Ergebnisse umfassen. Zum Beispiel, dass Jugendliche um die deutlich höheren Gefahren des Rauchens im Vergleich zum Dampfen wissen, gerade wenn sie gesundheitsbewusst sind und viel Sport treiben. Und die E-Zigarette als kleineres Übel nutzen, das weniger Konsequenzen auch für die eigene Leistungsfähigkeit hat. Die sehr einseitige Auslegung der Ergebnisse ist in jedem Fall fragwürdig.

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Die im Fachblatt “Tobacco Use Insights” veröffentlichte Untersuchung kommt zum Schluss, dass die Aufklärung für Jugendliche bezüglich des Dampfens besser werden müsse, dass Werbung eingeschränkt werden müsse, dass das Sport-Umfeld einschließlich etwaiger Vorbilder daran mitwirken müsse, Jugendliche von E-Zigaretten abzuhalten. Alles keine falschen Forderungen, aber sie wirken so, als seien neue, alarmierende Erkenntnisse durch die Forscher vorzuweisen, die hauptsächlich von der University of Georgia stammen.

Dabei ist möglicherweise sogar das Gegenteil der Fall. Der zentrale Befund, der ausführlich ausgebreitet wird, lautet: Sportliche Jugendliche im US-Bundesstaat Georgia dampfen häufiger als unsportliche. Wer zwei bis drei Tage pro Woche körperlich aktiv sei, habe ein um elf Prozent erhöhtes Risiko, zu dampfen, bei vier bis fünf Tagen seien es sogar 23 Prozent. Grundlage der Auswertung ist das “Georgia Student Health Survey 2.0” mit über 360.000 Teilnehmern.

Klingt problematisch? Das ist es deutlich weniger, wenn man in die Ergebnistabellen der Studie schaut. Denn dort wird deutlich, dass die sportlichen Jugendlichen nicht nur die E-Zigarette etwas mehr nutzen, sondern auch weniger Rauchen. Und zwar sehr deutlich weniger. Bei den moderat sportlich Aktiven ist die Raucherquote um 23 Prozent geringer, bei den sehr sportlichen Jugendlichen sogar um 37 Prozent. Und beim “Dual Use”, dem regelmäßigen Gebrauch von E-Zigarette und Tabak, ist die Quote sogar um 47 beziehungsweise 55 Prozent niedriger.

Jeder Jugendliche, der dampft, ist einer zu viel. Aber die Studie könnte, ja sollte sogar ganz andere Interpretationen der Ergebnisse umfassen. Zum Beispiel, dass Jugendliche um die deutlich höheren Gefahren des Rauchens im Vergleich zum Dampfen wissen, gerade wenn sie gesundheitsbewusst sind und viel Sport treiben. Und die E-Zigarette als kleineres Übel nutzen, das weniger Konsequenzen auch für die eigene Leistungsfähigkeit hat. Die sehr einseitige Auslegung der Ergebnisse ist in jedem Fall fragwürdig.

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