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Foto: Borya Galperin / Shutterstock.com

Wie Dampfer in der Corona-Krise an Liquids und E-Zigaretten kommen

27. March 2020By JJS

Die Coronakrise hat Deutschland im Griff. Ausgangsbeschränkungen und Ladenschließungen sind die Folge.




Tabakgeschäfte sind in der Regel ausgenommen – Dampferläden aber in der Regel nicht, was für E-Zigaretten-Nutzer eine schwerwiegende Benachteiligung darstellt. Wie ist die Situation genau und wie verhalten sich die Händler? Das wollte eGarage genauer wissen und hat recherchiert.

Zunächst die dringlichste Frage: Wo haben Dampferläden geöffnet? Die Situation ist verwirrend: In den meisten Bundesländern fallen sie unter das generelle Öffnungsverbot für Ladengeschäfte, die nicht als essenzieller Bedarf eingestuft werden. Sie müssen also geschlossen bleiben. Anders ist die Lage explizit in Hessen, wo sie als Ausnahme genannt werden. Dustin Dahlmann, der Vorsitzende des Bündnisses für Tabakfreien Genuss (BfTG) sagte eGarage zudem, auch in Berlin und in einigen Landkreisen in Nordrhein-Westfalen seien Shop-Öffnungen weiterhin erlaubt. Der Berliner Laden Tante Dampf bestätigte dies.

In der Regel, so Dahlmann, „ist der E-Zigaretten-Handel in Deutschland aber genauso betroffen wie der Großteil des restlichen Einzelhandels“. In Hamburg ist er jüngst mit einer Klage gegen das Öffnungsverbot gescheitert. Es sieht also so aus, als ob es in den meisten Bundesländern erst einmal beim Ladenöffnungsverbot bleibt. Dahlmann weiter: „Unsere größte Sorge ist, dass Dampfer, die den Abschied von der Zigarette geschafft haben, wieder zu rauchen anfangen, weil sie nicht mehr an Nachschub kommen und Zigaretten über Automaten und Ausnahmen quasi überall verfügbar sind.“




Was also tun für Dampfer? Die naheliegende Ausweichmöglichkeit ist der Online-Versandhandel. Dort schießen die Bestellungen derzeit zwar hoch, so Dahlmann, der mit Innocigs einen großen Versandhändler führt. „Aber wir sind voll handlungsfähig und können wie gewohnt schnell und zuverlässig liefern.“ Ähnlich ist die Situation bei vielen weiteren Online-Händlern. Häufig ist das Sortiment etwas ausgedünnt – auch, weil in China zeitweise die Produktion ruhte – aber wer nicht allzu wählerisch ist, kann sich auf jeden Fall mit Equipment versorgen.

Funktioniert denn der Versand noch gut? Bis jetzt ja. „DHL und andere Lieferdienste arbeiten aus unserer Sicht völlig reibungslos. Unsere Standardlieferanten halten sich auch an die angebrachten Hygienemaßnahmen“, berichtet Thomas Mrva, Geschäftsführer des Münchner Herstellers und Händlers Happy Liquid. Es liege allerdings außerhalb des Einflussbereiches der E-Zigaretten-Branche, ob das auch so bleibt. In schwerer von Corona getroffenen europäischen Ländern mehren sich die Berichte, dass der Versandhandel zu stocken beginnt.

Allerdings: Der Großteil des Umsatzes in Deutschland mit Dampfgeräten und Liquids erfolgte bislang offline, nicht online und per Versand. Nicht alle Kunden sind bereit, nun im Internet zu bestellen. Und: Die häufig kleinen lokalen E-Zigaretten-Händler haben nun mit schwersten Umsatzeinbrüchen zu kämpfen, häufig bis auf null, wenn sie keinerlei Versandgeschäft betreiben. Dahlmann vom BfTG rät deshalb allen Kunden: „Unterstützen Sie nach Möglichkeit ihren lokalen Händler und sichern Sie dadurch seine Existenz.“ Viele Händler würden zum Beipiel eine Art lokalen Versandhandel anbieten: Sie bringen telefonisch oder – falls vorhanden – online bestellte Ware vorbei.




Darauf setzt auch Tante Dampf aus Berlin, die freiwillig aus Sicherheitsgründen auf eine Ladenöffnung verzichten. Anders als in Bundesländern mit Komplettverbot können sie zumindest weiterhin über eine Luke in der Ladentür verkaufen – ausprobieren und anfassen geht natürlich nicht, Bargeld wird mit einem Körbchen gereicht. Aber Tante Dampf hat auch einen lokalen Lieferservice, der in der Regel noch am gleichen Tag, meist innerhalb weniger Stunden, den benötigten Coil oder das Liquid vorbeibringt. „Wir sind froh, dass wir diese Möglichkeit anbieten können und dass wir auch als eher kleiner Händler schon vor der Krise in unseren Online-Shop investiert haben“, berichtet Inhaberin Laura Deppe.

Bei allen Schwierigkeiten und bei all dem Schrecken, den Corona derzeit verbreitet: Aus Sicht von Thomas Mrva bringt die Krise derzeit auch Gutes hervor. „Die ganze Branche, Händler und Hersteller und auch Verbände“ – Mrva ist ebenfalls im BfTG tätig –  „ist nah zusammengerückt, man hilft sich gegenseitig wie es nur geht. Das freut mich sehr.“ Mrva, der gelernter Mediziner ist, hat einen Teil seiner Abfüllkapazitäten derzeit einem neuen Zweck zugeführt. „Wir sind dabei, Desinfektionsmittel abzufüllen für Krankenhäuser und Arztpraxen.“

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27. March 2020By JJS

Die Coronakrise hat Deutschland im Griff. Ausgangsbeschränkungen und Ladenschließungen sind die Folge.




Tabakgeschäfte sind in der Regel ausgenommen – Dampferläden aber in der Regel nicht, was für E-Zigaretten-Nutzer eine schwerwiegende Benachteiligung darstellt. Wie ist die Situation genau und wie verhalten sich die Händler? Das wollte eGarage genauer wissen und hat recherchiert.

Zunächst die dringlichste Frage: Wo haben Dampferläden geöffnet? Die Situation ist verwirrend: In den meisten Bundesländern fallen sie unter das generelle Öffnungsverbot für Ladengeschäfte, die nicht als essenzieller Bedarf eingestuft werden. Sie müssen also geschlossen bleiben. Anders ist die Lage explizit in Hessen, wo sie als Ausnahme genannt werden. Dustin Dahlmann, der Vorsitzende des Bündnisses für Tabakfreien Genuss (BfTG) sagte eGarage zudem, auch in Berlin und in einigen Landkreisen in Nordrhein-Westfalen seien Shop-Öffnungen weiterhin erlaubt. Der Berliner Laden Tante Dampf bestätigte dies.

In der Regel, so Dahlmann, „ist der E-Zigaretten-Handel in Deutschland aber genauso betroffen wie der Großteil des restlichen Einzelhandels“. In Hamburg ist er jüngst mit einer Klage gegen das Öffnungsverbot gescheitert. Es sieht also so aus, als ob es in den meisten Bundesländern erst einmal beim Ladenöffnungsverbot bleibt. Dahlmann weiter: „Unsere größte Sorge ist, dass Dampfer, die den Abschied von der Zigarette geschafft haben, wieder zu rauchen anfangen, weil sie nicht mehr an Nachschub kommen und Zigaretten über Automaten und Ausnahmen quasi überall verfügbar sind.“




Was also tun für Dampfer? Die naheliegende Ausweichmöglichkeit ist der Online-Versandhandel. Dort schießen die Bestellungen derzeit zwar hoch, so Dahlmann, der mit Innocigs einen großen Versandhändler führt. „Aber wir sind voll handlungsfähig und können wie gewohnt schnell und zuverlässig liefern.“ Ähnlich ist die Situation bei vielen weiteren Online-Händlern. Häufig ist das Sortiment etwas ausgedünnt – auch, weil in China zeitweise die Produktion ruhte – aber wer nicht allzu wählerisch ist, kann sich auf jeden Fall mit Equipment versorgen.

Funktioniert denn der Versand noch gut? Bis jetzt ja. „DHL und andere Lieferdienste arbeiten aus unserer Sicht völlig reibungslos. Unsere Standardlieferanten halten sich auch an die angebrachten Hygienemaßnahmen“, berichtet Thomas Mrva, Geschäftsführer des Münchner Herstellers und Händlers Happy Liquid. Es liege allerdings außerhalb des Einflussbereiches der E-Zigaretten-Branche, ob das auch so bleibt. In schwerer von Corona getroffenen europäischen Ländern mehren sich die Berichte, dass der Versandhandel zu stocken beginnt.

Allerdings: Der Großteil des Umsatzes in Deutschland mit Dampfgeräten und Liquids erfolgte bislang offline, nicht online und per Versand. Nicht alle Kunden sind bereit, nun im Internet zu bestellen. Und: Die häufig kleinen lokalen E-Zigaretten-Händler haben nun mit schwersten Umsatzeinbrüchen zu kämpfen, häufig bis auf null, wenn sie keinerlei Versandgeschäft betreiben. Dahlmann vom BfTG rät deshalb allen Kunden: „Unterstützen Sie nach Möglichkeit ihren lokalen Händler und sichern Sie dadurch seine Existenz.“ Viele Händler würden zum Beipiel eine Art lokalen Versandhandel anbieten: Sie bringen telefonisch oder – falls vorhanden – online bestellte Ware vorbei.




Darauf setzt auch Tante Dampf aus Berlin, die freiwillig aus Sicherheitsgründen auf eine Ladenöffnung verzichten. Anders als in Bundesländern mit Komplettverbot können sie zumindest weiterhin über eine Luke in der Ladentür verkaufen – ausprobieren und anfassen geht natürlich nicht, Bargeld wird mit einem Körbchen gereicht. Aber Tante Dampf hat auch einen lokalen Lieferservice, der in der Regel noch am gleichen Tag, meist innerhalb weniger Stunden, den benötigten Coil oder das Liquid vorbeibringt. „Wir sind froh, dass wir diese Möglichkeit anbieten können und dass wir auch als eher kleiner Händler schon vor der Krise in unseren Online-Shop investiert haben“, berichtet Inhaberin Laura Deppe.

Bei allen Schwierigkeiten und bei all dem Schrecken, den Corona derzeit verbreitet: Aus Sicht von Thomas Mrva bringt die Krise derzeit auch Gutes hervor. „Die ganze Branche, Händler und Hersteller und auch Verbände“ – Mrva ist ebenfalls im BfTG tätig –  „ist nah zusammengerückt, man hilft sich gegenseitig wie es nur geht. Das freut mich sehr.“ Mrva, der gelernter Mediziner ist, hat einen Teil seiner Abfüllkapazitäten derzeit einem neuen Zweck zugeführt. „Wir sind dabei, Desinfektionsmittel abzufüllen für Krankenhäuser und Arztpraxen.“

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