Weg von der Zigarette: „Papa stinkt nicht mehr nach Qualm. Das ist mir wichtig“

Anfang des Jahres kürt die eGarage den Dampfer des Jahres. Diese Auszeichnung gibt es erstmalig und es sind schon zahlreiche Vorschläge für diesen Titel bei uns eingegangen.

Und wir stellen in loser Folge Menschen vor, die durchaus Chancen auf diesen Titel haben könnten – so wie kürzlich Wolfgang Oertel. Diesmal haben wir Erol Kurubulak getroffen. Der Berliner ist Fußballer und spielt bei Hertha BSC. Okay, mit 48 Jahren nicht mehr in der ersten Mannschaft, aber er dampft! Und früher hat er geraucht. Und bei eGarage verrät er ganz nebenbei, dass Hertha in dieser Saison das Zeug dazu hat, lange vorn mitzuspielen. Er muss es wissen!

Ach ja: Der sympathische BfA-Mitarbeiter hat uns viel über sich und das Dampfen erzählt.




eGarage: Wie sind Sie zum Dampfen gekommen?

Erol Kurubulak: Das war vor zwei Jahren. Da hat mich ein Freund drauf aufmerksam gemacht – allerdings waren nach meiner Meinung die E-Zigaretten damals noch nicht so ausgereift. Er hatte rund ein Jahr vor mir angefangen zu dampfen – und ich habe dann aus Neugier mich näher damit beschäftigt.

eGarage: Und dann gleich umgestiegen?

Erol Kurubulak: Bei mir kam noch dazu, dass ich vorher lange geraucht habe. Mindestens eine Schachtel, eher eineinhalb. Und am Wochenende auch gern noch ein bisschen mehr. Und meine Kinder haben mir ziemlich deutlich zu verstehen gegeben, dass sie weder meinen Husten noch den Qualmgeruch toll finden. Da haben ich mich nach Alternativen umgeschaut – und bin beim Dampfen gelandet.

eGarage: Und bis jetzt geblieben?

Erol Kurubulak: Naja, dann kam ja auch noch der Sport dazu. Ich habe das schon gemerkt, weniger Luft beispielsweise. Andere stecken das locker weg und sich nach dem Spiel eine an…..bei mir war das nicht so. Raucherhusten zum Beispiel. Oder dieses tiefe Einatmen, da war manchmal solch ein Pfeifen. Das hat mich dann schon erschreckt. Dann kam dazu, dass mein mittlerer Sohn, der jetzt elf Jahre alt ist, mir damals schon eine E-Zigarette schenken wollte, damit ich umsteige. Am Ende war es sein Weihnachtsgeschenk an mich, das ich zwar bezahlt habe – aber so fing es an.

eGarage: Dann haben Sie jetzt sozusagen zweijähriges Dampferjubiläum?

Erol Kurubulak: Kann man so sagen. Ich habe Weihnachten 2014 meine letzte Zigarette geraucht. Und zunächst ordentlich Nikotin gedampft, aber schnell reduziert. Eine ganz kurze Zeit lang mit 18 Milligramm. Aber das war wirklich eine ganz kurze Zeit. Dann auf 15, dann auf 12. Bei der Stärke bin ich so ein halbes Jahr geblieben. Dann habe ich auf neun Milligramm Nikotin gesenkt und mit der Zwischenstufe sechs habe ich seit ein paar Wochen gar kein Nikotin drin. Ich wollte zwar nicht unbedingt vom Nikotin weg, aber ich habe es mal ausprobiert – und bis jetzt funktioniert es.

eGarage: Und Sie mischen auch selbst?

Erol Kurubulak: Ja, dann ist es noch mal günstiger als es ohnehin schon ist. Ich habe so eine Basis und zu diesem Liquid mixe ich mir meine Aromen rein. Gern nehme ich auch Blackfire, das soll eigentlich Tabak sein – aber so ganz finde ich das nicht. Dann noch mal was Fruchtiges oder Cappuccino. Allerdings: Das kann mal eine Zeit dampfen, dann ist es wieder gut. Dann probiere ich was Neues, bin auch schon mal bei ekligen Sachen gelandet – das muss ich dann nicht noch mal haben.

eGarage: Wie ist es im Büro – darf dort gedampft werden?

Erol Kurubulak: Das war zunächst so ein bisschen Grauzone, mittlerweile ist das aber tabu. Das Dampfen ist dem Rauchen gleich gesetzt und damit im Gebäude verboten. Ab und zu treffen wir uns dann in der Pause. Und waren wir noch vor kurzer Zeit ganz wenige Dampfer, so wächst der Anteil jetzt ständig. Übrigens habe ich früher im Auto nicht geraucht, aber jetzt dampfe ich hinterm Lenkrad.

eGarage: Wie geht es der Gesundheit?

Erol Kurubulak: Das Pfeifen, das mich ja erschreckt hat, ist weg! Und ich habe das Gefühl, dass schon kurz nach meiner letzten Zigarette die Lunge angefangen hat und sich jetzt selbst gereinigt hat. Also, Details erspare ich mir hier. Aber das ist schon deutlich geworden! Ich habe mehr Luft. Ich würde zwar nicht aus dem Stand einen Marathon laufen, aber auf dem Platz ist das ein großer Unterschied. Und: Es ja immer von fehlenden Studien zu Langzeitwirkungen die Rede. Ich kann für mich nur in Anspruch nehmen: Ich spüre keine Nachteile. Nach 30 Jahren Rauchen ein schönes Gefühl, dass meine Kinder auf mich stolz sind. Papa stinkt nicht mehr nach Qualm. Das ist mir wichtig.