US-Studien zur E-Zigarette bleiben skeptisch

Hilft die E-Zigarette beim Rauchstopp? Vielleicht ist das die wichtigste Frage überhaupt, wenn die Regeln für das Dampfen verhandelt und festgelegt werden.




Denn nur wenn die E-Zigarette beim Rauchstopp hilft und damit den Abschied von einer sehr schädlichen Sucht erleichtert, sollten ihr möglichst wenig Steine in den Weg gelegt werden. Die meisten Dampfer sind genau von diesem Effekt stark überzeugt, in der Regel aus persönlicher Erfahrung.

Zwei neue Studien dazu wurden nun von der University of California San Diego vorgestellt, die skeptisch bleiben. „In dem repräsentativen Sample von US-Rauchern, die mit der Zigarette aufhören wollen, haben wir keine Hinweise darauf gefunden, dass die E-Zigarette dabei geholfen hat“, lässt sich der Hauptautor einer der beiden Studien, John P. Pierce, zitieren.

Beide Studien befragten über einen längeren Zeitraum jeweils mehr als 2500 Raucher, die über einen mehrjährigen Zeitraum immer wieder zu ihrem Verhalten befragt wurden. Beide stellten dabei keinen statistisch deutlichen Vorteil für die Nutzer von E-Zigaretten fest, also keine klar höhere Rauchstopp-Rate. Das ist natürlich auf den ersten Blick alles andere als eine blendende Nachricht für das Dampfen.

Es gibt aber guten Grund, die Ergebnisse nicht auf die Goldwaage zu legen. Erstens sind die Studienstarts schon relativ lange her. Die Raucher wurden in den Jahren 2013 bis 2015 ausgewählt, als E-Zigaretten noch deutlich schlechtere Produkte waren, die zum Beispiel häufig leckten und kokelten. Zweitens ist bei Befragungen immer unklar, ob überhaupt Äpfel mit Äpfel verglichen werden oder nicht doch eher mit Birnen. Es könnte zum Beispiel sein, dass die E-Zigaretten-Nutzer nur deshalb nicht erfolgreicher beim Rauchstopp sind als andere, weil sie von vornherein nicht so dringend aufhören wollen. Eine Vielzahl von Faktoren ist denkbar, die das Ergebnis als Lackmustest für die Wirksamkeit von E-Zigaretten als Rauchstopp-Hilfe unbrauchbar macht, weil sich die Gruppen E-Zigaretten-Nutzer und Nicht-Nutzer zu deutlich unterscheiden.




Deshalb kann zum Beispiel die von Peter Hajek und anderen Autoren voriges Jahr veröffentlichte britische Studie als relevanter gelten. Dort wurden Probanden zufällig auf verschiedene Testgruppen verteilt, die dann mit E-Zigarette oder anderen Nikotinersatzmitteln therapiert wurden. Diese Technik, der Fachbegriff lautet Randomisierung, ist sehr aufwändig, erhöht aber dafür auch die Aussagekraft stark. In der von Hajek geleiteten Studie schafften 18 Prozent der E-Zigaretten-Nutzer den Rauchstopp (Überprüfung nach einem Jahr), während es in der Kontrollgruppe nur knapp 10 Prozent waren.

An den US-Studien waren zudem auch Autoren beteiligt, die für die Pharma-Konzerne Pfizer und Johnson & Johnson arbeiten, allerdings handelt es sich nur um einen Bruchteil der vielen beteiligten Wissenschaftler, sodass die Untersuchung wohl nicht als stark interessenorientiert einzuordnen ist.