Überblicksstudie: E-Zigaretten bei Rauchstopp besser als Nikotinersatz

Die Oper in Sydney, Australien. Foto: Shutterstock.com / Irina Sokolovskaya

Streng genommen kann auch die E-Zigarette als Nikotinersatzprodukt betrachtet werden. In einer jüngst final veröffentlichten Überblicksstudie werden Dampfen und Mittel wie Nikotinpflaster und Kaugummis aber gegenübergestellt: Was hilft besser beim Rauchstopp?




Durchforstet wurde eine riesige Zahl an Untersuchungen (4717 für E-Zigaretten, 1014 für Nikotinersatz) für die sogenannte Metastudie. Bei dem Ansatz wird ohne eigene Untersuchungen versucht, möglichst valide Studien zu identifizieren und deren Ergebnisse rechnerisch zusammenzufassen.

Übrig blieben nur sieben Studien zur E-Zigarette und neun zu Nikotinersatzprodukten: Zum Beispiel musste es sich um sogenannte randomisierte Studien handeln, das heißt die Probanden wurden zufällig ausgewählt und bekamen eine „Methode“ zugeteilt beziehungsweise wurde nicht behandelt. Zudem sollte es sich um gesunde, erwachsene Raucher handeln. Die Autoren der Überblicksstudie siebten also hart aus.

Das Ergebnis: Mit der E-Zigarette verdoppelte sich die Chance im Vergleich zur nicht dampfenden Kontrollgruppe, die „Chance“ auf einen Rauchstopp lag gut doppelt so hoch. Der Fachbegriff lautet, dass die Risk Ratio bei 2,08 lag. Nikotinersatzprodukte halfen ebenfalls, sie konnten die Chance eines erfolgreichen Rauchstopps allerdings nur um rund die Hälfte steigern (Risk Ratio 1,49).

Zu einem ähnlichen Ergebnis – dass E-Zigaretten als Rauchstopp-Methode wirksam sind und besser als andere Nikotinersatztherapien abschneiden – war vor gut einem halben Jahr auch das wichtige Cochrane-Review gekommen (eGarage berichtete). Das Cochrane-Netzwerk gilt als Goldstandard bei der Bewertung der Wirksamkeit von Therapien.

Die Studie ist im renommierten und von anderen Wissenschaftlern überprüften („Peer-Review“) Fachblatt „Addictive Behaviors“ erschienen. Die Autorinnen und Autoren stammen vom Centre for Youth Substance Abuse Research der australischen University of Queensland.