Tabakkonzern von Eicken steigt in Liquid-Markt ein

Zu „Big Tobacco“, den internationalen Tabakriesen, gehört die Lübecker Joh. Wilh. von Eicken GmbH sicher nicht. Mit zuletzt rund 300 Millionen Euro Jahresumsatz einschließlich Steuern ist es aber auch kein Nischenunternehmen.

Im Frühjahr ist von Eicken in den Einweg-E-Zigaretten-Markt eingestiegen und wird nun als erstes größeres Tabakunternehmen in den Liquid-Markt einsteigen. Von Eickens Marke „Cross“ richtet sich an das Einsteigersegment. Die Einwegzigaretten („Cigalikes“) kosten lediglich drei Euro. Dafür bieten sie auch nur 100 bis 150 Züge, das ist ein vergleichsweise niedriger Wert.

Spannend ist jedoch, dass Von Eicken nun auch als erstes größere Tabakunternehmen in den Liquid-Markt einsteigt. Wie eine Vertreterin des Unternehmens auf der Branchenmesse InterTabac sagte, sollen noch im Oktober Liquids im Einzelhandel angeboten werden. Der Preis der ebenfalls unter der Marke „Cross“ verkauften Dampfflüssigkeit ist eine Kampfansage an viele im Einzelhandel vertretene Marken. Der Preis soll bei lediglich 3,50 Euro für nikotinhaltige Liquids (10 Milliliter) liegen, während von vielen anderen Anbietern etwa fünf Euro verlangt werden.

Möglicherweise verschärft sich der Preiskampf in der E-Zigaretten-Branche nun noch einmal erheblich. Der Branchenverband der E-Zigarettenhändler VdeH geht davon aus, dass das Wachstum in diesem Jahr etwas niedriger ausfällt als noch im Frühjahr gedacht. Gleichzeitig gibt es ein enormes Angebot an Liquids, das sich häufig kaum unterscheideet. Gerade den Anbietern von einfachen Geschmacksrichtungen ohne klare Abgrenzung von anderen Produkten fällt es zunehmend schwer, die Preise stabil zu halten, berichteten mehrere Händler und Hersteller auf der InterTabac.

Durch das Vertriebsnetz von Eickens könnte sich allerdings die Versorgungslage mit Liquids verbessern. Noch immer gibt es – erstaunlich angesichts mehrerer Millionen E-Zigaretten-Dampfer  in Deutschland – Probleme, wenn Dampfer spontan unterwegs Liquidnachschub brauchen. So gibt es auch an großen Bahnhöfen wie in Düsseldorf zum Beispiel Tabakläden, die keinerlei Liquids führen.

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