Studie zeigt: E-Zigarette löst keine neue Suchtwelle bei Jugendlichen aus

Über die Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zum Thema Drogenkonsum von Jugendlichen hatten wir bereits kurz berichtet. Nun haben wir uns die vollständige Studie genau angeschaut, und sind auf höchst interessante Zahlen gestoßen. Sie zeigen: An der These, dass mit der E-Zigarette eine neue Suchtwelle auf die deutschen Jugendlichen zukommt, ist nichts dran. Überhaupt nichts.

Gleich zum wichtigsten Punkt: Die Gruppe der Jugendlichen, „die E-Zigaretten und E-Shishas ausprobieren, ist geringer geworden“, heißt es zusammenfassend in der Untersuchung. Und dass, obwohl sehr viel mehr Jugendliche wissen, was E-Zigaretten sind. Ihre Bekanntheit stieg von 2012 bis 2015 bei den 12- bis 17-Jährigen von 78 auf 93 Prozent.




Konkret sinkt die Nutzung von E-Zigaretten bei jeder möglichen Betrachtungsweise. Mit der sogenannten „Lebenszeitprävalenz“ wird erfasst, ob Jugendliche überhaupt ein einziges Mal E-Zigaretten ausprobiert haben. Dieser Wert ist bei den 12- bis 17-Jährigen von 9,1 (2012) auf 13,2 (2014) Prozent gestiegen, nun aber wieder deutlich gefallen: Auf 10,9 Prozent im Jahr 2015. Das heißt: Bei den Jugendlichen, die neu in diese Altersgruppe nachrücken, wird offenbar kaum noch das Dampfen ausprobiert. Bei den 18- bis 25-Jährigen ist der Wert ebenso sinkend, von 14,6 Prozent (2012) auf nun 14,2 Prozent nach einem zwischenzeitlichen Hoch.

Auch die sogenannte „30-Tage-Prävalenz“, also die Zahl der Jugendlichen, die die E-Zigarette im vergangenen Monat genutzt haben, ist sehr klar rückläufig, und zwar ebenfalls in beiden Altersgruppen. Bei den Jüngeren sank sie von 2,6 Prozent auf 2,0 Prozent, mit einem Zwischenhoch bei 2,8 Prozent. Die Älteren dampften in den vergangenen 30 Tagen vor der Befragung ebenfalls zu 2,0 Prozent, nachdem der Wert 2014 bei 3,2 Prozent und 2012 bei 2,8 Prozent lag.

Und schließlich ist auch der Konsum nikotinhaltiger Liquids im Sinkflug. Nur 0,5 Prozent der 12- bis 17-Jährigen gab an, nikotinhaltig gedampft zu haben, in den Befragungen zuvor waren es 0,7 beziehungsweise 0,9 Prozent (2012). Bei den 18- bis 25-Jährigen kollabierte der Nikotinkonsum regelrecht, von 1,3 auf 1,0 und nun 0,3 Prozent.

Die Zahlen sind deutlich – und zwar eine deutliche Widerlegung der These, dass E-Zigaretten der große Verführer der Jugend seien. Gerade angesichts der Tatsache, dass das Verkaufsverbot an Jugendliche noch nicht einmal in Kraft war, als die Umfrage stattfand, kann die These nicht mehr aufrechterhalten werden, dass mit dem Dampfen ein Heer zukünftiger Nikotinsüchtiger herangezüchtet wird. Auch von einer „Renormalisierung“ des Rauchens, die von den Dampf-Gegnern gern mit blutroter Schrift an die Wand gemalt wird, kann keine Rede sein. Es wird keine „Generation Vape“ geben. Vielmehr bleibt es dabei: Die E-Zigarette ist lediglich eine enorme Hilfe, Rauchern beim Rauchstopp zu helfen.