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Studie versucht schwarzes Loch der E-Zigaretten-Forschung zu schließen

26. November 2023By JJS

Die Forschung zu den gesundheitlichen Auswirkungen von E-Zigaretten ist mit einem gewaltigen Problem konfrontiert.




Obwohl das Dampfen nun schon seit über einem Jahrzehnt ziemlich verbreitet ist, lässt sich erstaunlich schwer sagen, wie die gesundheitlichen Auswirkungen nun im Detail sind. Auf der Ebene der Analyse der Inhaltsstoffe und der direkten körperlichen Auswirkungen sind gute Aussagen möglich. Die Evidenz ist eindeutig, dass die E-Zigarette zumindest klar weniger schädlich ist als das Zigarettenrauchen. Selbst das sehr kritische DKFZ fasst die Lage im Rahmen einer ausführlichen Analyse so zusammen: “Das Aerosol von E-Zigaretten ist daher zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich weniger schädlich als der Rauch von Tabakzigaretten, aber es ist gesundheitlich bedenklich.”

Das ist aber der erste Teil einer umfassenden Betrachtung der gesundheitlichen Auswirkungen der E-Zigarette. Gut wäre es, über die Wirkweisen der Inhaltsstoffe des Dampfes und die direkt messbaren Effekte auf Körper und Zellen hinaus zu wissen, wie sich E-Zigaretten langfristig auf die Gesundheitserwartung auswirken. Dieser Zweig der Folgen-Forschung steht allerdings vor einem grundsätzlichen Problem. Denn die allermeisten E-Zigaretten-Nutzer sind vorher Raucher gewesen. Dass bei ihnen zum Beispiel Jahre nach dem Tabak-Stopp noch vermehrt Krebserkrankungen zu verzeichnen sind, ist völlig logisch. Das wäre auch der Fall, wenn sie komplett aufgehört hätten zu rauchen. Hinzu kommt, dass ziemlich wahrscheinlich ist, dass E-Zigaretten-Nutzer im Durchschnitt generell zu riskanterem und ungesünderem Verhalten im Leben neigen. Es könnte sein, dass sie sich im Schnitt schlechter ernähren, mehr Stress entwickeln, möglicherweise andere Suchtmittel wie Alkohol stärker konsumieren.

Ex-Raucher aussortieren, um ein besseres Bild zu bekommen

Die allermeisten Studien scheitern bislang an dieser Barriere. Das wird bei der Vorstellung einer neuen Untersuchung, die gerade anläuft, sogar dick unterstrichen. In etwas kompliziertem Forscher-Sprech heißt es in der Fachzeitschrift “Journal of Medical Internet Research”: “Da jede Untersuchung des Gesundheitszustands von Personen, die früher geraucht haben, mit dem Problem konfrontiert ist, dass das frühere Rauchen unbekannte gesundheitliche Auswirkungen hatte, können nur Studien mit Personen, die zwar dampfen, aber nie Tabakzigaretten geraucht haben, Aufschluss über die dem Dampfen zuzuschreibenden Schäden geben.”

Das soll die “Veritas”-Studie nun ändern. Weltweit sollen 750 Probandinnen und Probanden gefunden werden, davon zwei Drittel Dampfer, die noch nie oder so gut wie nicht geraucht haben und dazu eine möglichst ähnliche Kontrollgruppe mit rund 250 Personen. Die Teilnehmer erhalten einen finanziellen Anreiz, mitzumachen, in Form eines Einkaufsgutscheins. Kern des Vergleichs zwischen Dampfern und Nicht-Dampfern wird dem Studiendesign zufolge die “Respiratory Symptom Experience Scale”, mit der man selbst die Lungenfunktion und etwaige Schwierigkeiten, zum Beispiel Verschleimung, reportiert.

Die Resultate der internationalen Forschergruppe sollen 2024 veröffentlicht werden. Man darf gespannt sein – trotz des sehr begrenzten Umfangs der Studie ist es immerhin ein Versuch, mehr Licht ins Dunkel zu bringen bei den Gesundheitsfolgen des Dampfens. Wichtig wäre dann natürlich auch, die Ergebnisse mit denen von Tabakrauchern zu vergleichen, um besser bewerten zu können, wie deutlich die “Harm Reduction” beim Umstieg von Tabak auf Verdampfer ausfällt.

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26. November 2023By JJS

Die Forschung zu den gesundheitlichen Auswirkungen von E-Zigaretten ist mit einem gewaltigen Problem konfrontiert.




Obwohl das Dampfen nun schon seit über einem Jahrzehnt ziemlich verbreitet ist, lässt sich erstaunlich schwer sagen, wie die gesundheitlichen Auswirkungen nun im Detail sind. Auf der Ebene der Analyse der Inhaltsstoffe und der direkten körperlichen Auswirkungen sind gute Aussagen möglich. Die Evidenz ist eindeutig, dass die E-Zigarette zumindest klar weniger schädlich ist als das Zigarettenrauchen. Selbst das sehr kritische DKFZ fasst die Lage im Rahmen einer ausführlichen Analyse so zusammen: “Das Aerosol von E-Zigaretten ist daher zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich weniger schädlich als der Rauch von Tabakzigaretten, aber es ist gesundheitlich bedenklich.”

Das ist aber der erste Teil einer umfassenden Betrachtung der gesundheitlichen Auswirkungen der E-Zigarette. Gut wäre es, über die Wirkweisen der Inhaltsstoffe des Dampfes und die direkt messbaren Effekte auf Körper und Zellen hinaus zu wissen, wie sich E-Zigaretten langfristig auf die Gesundheitserwartung auswirken. Dieser Zweig der Folgen-Forschung steht allerdings vor einem grundsätzlichen Problem. Denn die allermeisten E-Zigaretten-Nutzer sind vorher Raucher gewesen. Dass bei ihnen zum Beispiel Jahre nach dem Tabak-Stopp noch vermehrt Krebserkrankungen zu verzeichnen sind, ist völlig logisch. Das wäre auch der Fall, wenn sie komplett aufgehört hätten zu rauchen. Hinzu kommt, dass ziemlich wahrscheinlich ist, dass E-Zigaretten-Nutzer im Durchschnitt generell zu riskanterem und ungesünderem Verhalten im Leben neigen. Es könnte sein, dass sie sich im Schnitt schlechter ernähren, mehr Stress entwickeln, möglicherweise andere Suchtmittel wie Alkohol stärker konsumieren.

Ex-Raucher aussortieren, um ein besseres Bild zu bekommen

Die allermeisten Studien scheitern bislang an dieser Barriere. Das wird bei der Vorstellung einer neuen Untersuchung, die gerade anläuft, sogar dick unterstrichen. In etwas kompliziertem Forscher-Sprech heißt es in der Fachzeitschrift “Journal of Medical Internet Research”: “Da jede Untersuchung des Gesundheitszustands von Personen, die früher geraucht haben, mit dem Problem konfrontiert ist, dass das frühere Rauchen unbekannte gesundheitliche Auswirkungen hatte, können nur Studien mit Personen, die zwar dampfen, aber nie Tabakzigaretten geraucht haben, Aufschluss über die dem Dampfen zuzuschreibenden Schäden geben.”

Das soll die “Veritas”-Studie nun ändern. Weltweit sollen 750 Probandinnen und Probanden gefunden werden, davon zwei Drittel Dampfer, die noch nie oder so gut wie nicht geraucht haben und dazu eine möglichst ähnliche Kontrollgruppe mit rund 250 Personen. Die Teilnehmer erhalten einen finanziellen Anreiz, mitzumachen, in Form eines Einkaufsgutscheins. Kern des Vergleichs zwischen Dampfern und Nicht-Dampfern wird dem Studiendesign zufolge die “Respiratory Symptom Experience Scale”, mit der man selbst die Lungenfunktion und etwaige Schwierigkeiten, zum Beispiel Verschleimung, reportiert.

Die Resultate der internationalen Forschergruppe sollen 2024 veröffentlicht werden. Man darf gespannt sein – trotz des sehr begrenzten Umfangs der Studie ist es immerhin ein Versuch, mehr Licht ins Dunkel zu bringen bei den Gesundheitsfolgen des Dampfens. Wichtig wäre dann natürlich auch, die Ergebnisse mit denen von Tabakrauchern zu vergleichen, um besser bewerten zu können, wie deutlich die “Harm Reduction” beim Umstieg von Tabak auf Verdampfer ausfällt.

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