Studie der Tabakindustrie: Kaum Gefahr durch Passivdampfen

Wie gefährlich ist Passivdampfen? Die Zigaretten-Industrie, ein unverlässlicher Freund der E-Zigarette, der aber inzwischen auch ein eigenes Interesse an der Entwicklung der Technik hat, gibt darauf neuerdings eine klare Antwort: Fast völlig ungefährlich.

Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie, die von Wissenschaftlern des Tabak-Riesen Altria („Marlboro“, aber auch die Einweg-E-Zigaretten „MarkTen“) durchgeführt wurde. Für die Untersuchung wurde ein Raum mit 137 Kubikmetern Luft innerhalb von zwölf Stunden sechs Mal für eine Stunde mit den MarkTen-Einweg-E-Zigaretten bedampft.

Der Luftaustausch betrug das 1,5-fache des Volumens des Raumes, üblich zum Beispiel für einen Konferenzraum. Das Ergebnis: Alle wichtigen Bestandteile des E-Zigaretten-Dampfs konnten bei Abstrichen von den Messmethoden nicht nachgewiesen werden, weder Propylenglykol, noch Glycerin, Nikotin, Menthol und andere Partikel. Lediglich bei Formaldehyd schlugen die Messapparate an, allerdings blieben die Werte über die Dauer des Experiments gleich, können also kaum in Verbindung mit dem Dampfen stehen.

Im Vergleich zu Rauchen, was zu erheblich erhöhten Schadstoffkonzentrationen in der Raumluft führt, ist Dampfen für die Umwelt also wohl ungefährlich oder zumindest wesentlich weniger gefährlich, wenn man der Studie glauben schenkt, die immerhin in einer seriösen, wissenschaftlichen Standards entsprechenden Zeitschrift („Journal of Occupational and Environmental Hygiene“) veröffentlich wurde.

Die Tabakindustrie, getrieben von dem Wunsch, die eigenen Produkte als ungefährlich vermarkten zu können, mausert sich also allmählich zu einem überraschenden Verbündeten der E-Zigarette. Bereits im Sommer hatte eine Studie des Tabakriesen BAT für Aufsehen gesorgt, die festgestellt hatte, dass E-Zigaretten-Dampf in einem Versuch keine Zellschäden verursachte.