Studie fällt vernichtendes Urteil über E-Zigaretten-Untersuchungen

Die Zahl der Studien über den angeblichen Verführungseffekt von E-Zigaretten nimmt immer weiter zu. Wie wir bereits berichteten, wird dabei meist anhand von Umfragen ein Zusammenhang von Dampfen und späterem Rauchen hergestellt.

Bei der Recherche von eGarage zu dem Thema ist uns nun eine wissenschaftliche Untersuchung aus dem Frühjahr aufgefallen, die sich diese Studien unter wissenschaftlichen Aspekten einmal näher angeschaut hat. Veröffentlicht wurde das Papier in der renommierten Fachzeitung Public Health.

Der Fachartikel ist zwar auf Englisch, aber hochinteressant. Das Fazit: „In der Praxis scheinen die bereits erstellten Studien fast als Lehrbeispiele konzipiert, wie man vereinfachende und nicht durch die Fakten gedeckte Schlussfolgerungen trifft.“ Der“gateway effect“, also der angebliche Effekt, dass E-Zigaretten und andere Alternativen zum Rauchen als Wegbereiter und Einstieg in die Tabaksucht dienten, werde nicht überzeugend nachgewiesen. Die Untersuchung arbeitet mehrere Studien auf, argumentiert aber auch grundsätzlich. Einen besonders interessanten Ausschnitt wollen wir den Lesern nicht vorenthalten, indem es um das angebliche Einstiegsszenario durch E-Zigaretten geht. Etwa die Hälfte der Bevölkerung, so der Autor, werde von Nikotinprodukten prinzipiell angesprochen. Wiederum die Hälfte dieses Bevölkerungsteils entschließe sich aber, nicht zu Rauchen, weil die Kosten den Nutzen übersteigen. Diese Personen habe nun eine Alternative, die deutlich weniger Risiken beinhalte. „Warum sollten sie anschließend von dieser Alternative zum Rauchen wechseln, das (wegen der Risiken) die ursprünglich am wenigsten bevorzugte Option darstellt? Diese Logik ist schwierig nachzuvollziehen und von jenen, die angeblich einen „gateway effect“ feststellen, wird sie nie ausreichend erklärt.“

Der Autor Carl Phillips beschäftigt sich auch ausführlich mit dem häufig äußerst fragwürdig konstruierten Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung: Dass Menschen, die zu risikoreichem Verhalten neigen, also prinzipiell Drogen nutzen, auch häufiger zur Zigarette greifen als absolute Abstinzenzler, scheint nur logisch. Das hat aber nichts mit der E-Zigarette, sondern mit der generellen Lebensführung dieser Menschen zu tun. Insgesamt ist die Studie äußerst lesenswert und sollte den Politikern hierzulande zu denken geben. Regulieren sie die E-Zigarette zu scharf, ist der Schaden bei jenen, die darin eine sicherere Alternative zum Rauchen gefunden haben, enorm.

Kommentare sind geschlossen.