Studie: E-Zigaretten machen weniger abhängig als Zigaretten

Dampfen macht weniger süchtig als Rauchen – logisch, sonst gäbe es viel mehr neue Dampfer, die vorher nicht geraucht haben. Eine neue Studie unterstreicht nun noch einmal, dass die E-Zigarette ein deutlich geringeres Abhängigkeitspotenzial aufweist. 

Laut der Population Assessment of Tobacco and Health (PATH) Studie aus den USA, die jüngst im Fachmagazin Preventive Medicine veröffentlicht wurde, greifen E-Zigaretten-Nutzer seltener zum Dampfgerät als Raucher und zeigen auch sonst nicht so starke Sucht-Symptome. „Kein Zweifel, E-Zigaretten machen süchtig, aber nicht auf dem gleichen Level wie herkömmliche Zigaretten“, fasst der Studienautor Guodong Liu die Ergebnisse zusammen.

Die Untersuchung analysierte das Verhalten von insgesamt 30.000 Teilnehmern, davon rund 3500 Raucher und Dampfer. 93 Prozent der Dampfer waren Ex-Raucher, was wieder einmal unterstreicht, dass die E-Zigarette fast ausschließlich von ehemals Tabaksüchtigen genutzt wird. Zigarettennutzer berichteten im Vergleich zu den Dampfern, dass sie deutlich stärkere „Cravings“ verspüren, also das Verlangen nach Suchtbefriedigung ausgeprägter ist. Darüber hinaus viel es ihnen schwerer, über einen längeren Zeitraum nicht zur (E-)Zigarette zu greifen, zum Beispiel, wenn sie verboten ist. Sie berichteten darüber hinaus häufiger, das Produkt wirklich zu brauchen.

Die Ergebnisse stimmen überein mit den Erkenntnissen, die es schon gibt. Schwieriger ist zu beantworten, warum Nikotin allein, das ja in E-Zigaretten in der Regel ebenfalls enthalten ist, weniger süchtig macht als Tabakzigaretten. Vermutlich liegt dies daran, dass in Tabakrauch noch eine Vielzahl an weiteren psychogenen Substanzen enthalten ist, die zudem mit Nikotin zusammenwirken und sich gegenseitig verstärken. Zum Thema Nikotinsucht haben wir mit Bernhard-Michael Mayer ein Interview geführt.