Studie: E-Zigarette extrem hilfreich beim Rauchstopp

Helfen E-Zigaretten beim Rauchen aufhören? Das wird durchaus immer wieder in Frage gestellt. Doch eine neue Studie untermauert nun mit einem klaren Ergebnis, dass Dampfer oft den Ausstieg schaffen. Forscher zahlreicher italienischer Universitäten haben jüngst die Ergebnisse einer 24 Monate dauernden Untersuchung ausgewertet und veröffentlicht.




Die Studie, auf die der Dampfer-Verband VdeH hingewiesen hat, folgt mehr als 900 Rauchern und Dampfern (allesamt Ex-Raucher) mittels Fragebogen und überprüft deren Angaben stichprobenartig mit einem Kohlendioxid-Messgerät, das Raucher identifizieren soll. Besonders interessant ist die Entwicklung der ursprünglich 343 Befragten, die ausschließlich E-Zigaretten nutzten. 114 wurden unterwegs verloren, zum Beispiel, weil sie auf Kontaktaufnahme der Forscher nicht mehr reagierten. 43 hörten ganz mit dem Dampfen auf (18,8 Prozent), 97 blieben beim Dampfen (42,2 Prozent), 19 rauchten dazu Zigaretten (8,3 Prozent) und 70 wurden wieder zu reinen Rauchern (30,6 Prozent).

Ein starkes Ergebnis: 61,1 Prozent der E-Zigaretten-Nutzer blieben also rauchfrei. Und das, wie die Studienautoren betonten, obwohl es sich um ehemalige Raucher handelte, die im Schnitt acht Monate zuvor mit dem Rauchen aufgehört hatten. Zwar stellte die Studie keinen messbaren gesundheitlichen Vorteil fest, Erkrankungen waren im Vergleich zu den Rauchern nicht signifikant unterschiedlich. Allerdings ist die Aussagekraft in dieser Hinsicht aufgrund der geringen Fallzahl begrenzt. Subjektiv bewerteten die E-Zigaretten-Nutzer ihren gesundheitlichen Zustand allerdings deutlich besser.

Dual User schaffen Ausstieg nur selten

Wie erging es den Dual-Usern, also jenen, die sowohl E- als auch Tabak-Zigarette nutzten (319 Fälle zu Beginn)? 11,7 Prozent stiegen ganz auf E-Zigaretten um, 16,6 Prozent blieben beim Dual Use und 57,4 Prozent gaben die E-Zigarette, aber nicht den Glimmstängel auf. 26 Prozent hörten mit allem auf. Hier scheinen sich also die Bedenken eher zu bestätigen, dass Dual Use nicht sonderlich erfolgreich ist. Allerdings betonen die Forscher, dass es zumindest die Anzahl der gerauchten Zigaretten deutlich reduziert.

Und Dual Use schneidet immer noch besser ab als die Raucher: Von ihnen stiegen 5,6 Prozent im Untersuchungszeitraum ganz auf die E-Zigarette um, 1,2 Prozent wurden zu Dual Usern, 75,6 Prozent rauchten weiter und 23,1 Prozent gaben das Rauchen auf.

Viele Zahlen, also. Was ist die Quintessenz der Studie? In jedem Fall, dass die Chance sehr hoch ist für E-Zigaretten-Nutzer, nicht wieder zu Rauchern zu werden. Fast zwei Drittel blieben schließlich der „Pyro“ fern. Das ist eine absolut sensationelle Quote, wenn es mit anderen Rauchstopp-Helfern verglichen wird, wie dem zum Beispiel häufig als „nutzlos“ bezeichneten Nikotinpflaster.

Die Studie, die nun weiter fortgeführt wird, scheint wissenschaftlich sauber zu sein. Sie wurde im renommierten Journal Tobacco Control veröffentlicht. Die Autoren gaben an, frei von Interessenskonflikten zu agieren, es ist also demnach kein Geld der Tabak- oder E-Zigaretten-Lobby geflossen. Allerdings muss man anmerken, dass auch diese Studie ein Problem teilt, dass sich wissenschaftlich nur schwer lösen lässt: Sie kann nicht eindeutig etablieren, ob sich die Gruppen (Raucher, Dampfer, Dual-User) nicht grundsätzlich unterscheiden.

Zum Beispiel könnte es sein, dass Dampfer ohnehin eine viel höhere Motivation zum Rauchstopp haben und viele es auch ohne E-Zigarette geschafft hätten. Dieses Problem kann allerdings kaum eine Studie aus der Welt schaffen, denn um es zu beseitigen, müsste man enorm viele Menschen detailliert untersuchen und eine Kontrollgruppe etablieren. Schon die vorliegende Studie ist sehr aufwändig. Und das klare Ergebnis bestätigt ja auch nur, was viele Dampfer aus eigener Erfahrung wissen: Ohne E-Zigarette hätten sie den Abschied vom Rauchen nicht geschafft.