Studie: E-Zigarette deutlich effektiver als Nikotinersatzprodukte

Professor Peter Hajek, Queen Mary University of London.

Eine neue Studie nach hohen wissenschaftlichen Standards kommt zu dem Ergebnis, dass E-Zigaretten deutlich bessere Ergebnisse beim Rauchstopp erzielen als Nikotinersatzprodukte wie zum Beispiel Nikotinpflaster.




Das Kernergebnis der Untersuchung der Queen Mary University of London: Nach einem halben Jahr hatten 19 Prozent der E-Zigaretten-Nutzer das Rauchen vollständig aufgegeben, während dies nur 3 Prozent jener gelang, die ein Ersatzprodukt nutzten.

Die Untersuchung, deren Ergebnisse nun im wissenschaftlichen Fachblatt „Addiction“ veröffentlicht wurden, verfolgte dafür 135 Raucher über ein halbes Jahr in einem sogenannten „randomised trial“. Das heißt, der Hälte der Probanden wurde zufällig ein E-Zigaretten-Starterpack zugeteilt mit einigen Anweisungen. Die andere Hälfte erhielt ein Ersatzprodukt ihrer Wahl, zum Beispiel Nikotinkaugummi, Nasen- und Mundspray oder Nikotinpflaster. Randomised trials gelten in der Forschung als Goldstandard, weil es sonst sehr schwer, Ursache und Wirkung klar miteinander zu verknüpfen.

Nach einem halben Jahr hatten 27 Prozent der E-Zigaretten-Gruppe das Rauchen um mehr als die Hälfte reduziert. Das war nur bei 6 Prozent der anderen Gruppe der Fall. Ganz gestoppt hatten wie bereits erwähnt 19 Prozent (E-Zigarette) und 3 Prozent (Ersatzprodukt). Die Rauchabstinenz wurde mittels Kohlenmonoxid-Messung überprüft. Ebenfalls wichtig: Wer nicht mehr zu den Terminen der Studie erschien, wurde verbucht als weiterhin rauchend. Und noch ein Wort zu den Teilnehmern: Ausgewählt wurden langjährige Raucher, denen der Rauchstopp bislang trotz mehrerer Versuche nicht gelungen war, die aber keine bestimmte Therapieform bevorzugten, sich also nicht im Vorfeld pro E-Zigarette oder pro Ersatzprodukt aussprachen.

In der Studie lautet die nüchterne Zusammenfassung deshalb: „Bei Rauchern, denen der Rauchstopp mit konventionellen Methoden nicht gelungen ist, waren E-Zigaretten effektiver als Nikotinersatzprodukte bei der Reduktion und dem Stopp des Rauchens, wenn begrenzte zusätzliche Hilfestellungen gewährt wurden.“

Die Hauptautorin der Studie, Katie Myers Smith von der Queen Mary University of London, sagte in einem Statement, die Ergebnisse hätten „wichtige klinische Implikationen für Raucher, die mit konventionellen Methoden bislang nicht aufhören konnten.“ E-Zigaretten sollten ihrer Einschätzung nach „Rauchern empfohlen werden, die mit anderen Methoden Schwierigkeiten hatten mit dem Rauchstopp, insbesondere, wenn die sonstige Verhaltensunterstützung begrenzt ist.“ Auch Peter Hajek, der vor gut zwei Jahren eine große Studie zur Wirksamkeit von E-Zigaretten mit ähnlichem Ergebnis geleitet hatte, war diesmal an der Arbeit beteiligt.

Michelle Mitchell, Vorstandschef von Cancer Research UK, das die Studie finanziert hatte, sagte, die Studie zeige, dass „E-Zigaretten ein sehr effektives Werkzeug für Menschen sind, die mit dem Rauchen aufhören wollen“. Untersuchungen hätten klar gezeigt, dass Dampfen deutlich weniger schädlich als Rauchen sei. Wer nie geraucht habe, solle aber, da sie nicht risikofrei seien, E-Zigaretten nicht benutzen. Sehr wichtig sei für E-Zigaretten-Nutzer, vollständig mit dem Rauchen aufzuhören und nicht nur zu reduzieren.

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