Schwarzmarkt verantwortlich für mehr E-Joint-Tote

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Die Anfangs mysteriöse Lungenkrankheit in den USA forderte dort besonders viele Opfer, wo Haschisch-Produkte illegal sind und deshalb der Schwarzmarkt blüht.




Das ist – auf eine kurze Formel gebracht – das Ergebnis einer Studie, die jüngst vom renommierten Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht wurde. Zu dem Ergebnis gelangten die Forscher, indem sie Daten des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) auswerteten, die über die Fälle vorlagen. Sie schauten sich die Verteilung nach Bundesstaaten an und rechneten dabei auch unterschiedliche Bevölkerungszahlen und die Verbreitung von E-Zigaretten ein. Das Resultat: Bundesstaaten, in denen privater Cannabis-Konsum erlaubt ist, hatten sehr deutlich weniger Fälle (1,7 pro Million Einwohner) der Lungenkrankheit EVALI im Vergleich zu Staaten, in denen Cannabis weitgehend oder vollständig illegal ist (8,1 EVALI-Fälle pro Million Einwohner).

Die Forscher hegen auch eine Vermutung, warum das so sein könnte: Dort, wo Marijuana illegal ist, sind „Kunden“ daran gewöhnt, sich am Schwarzmarkt zu bedienen. Damit war es wohl deutlich wahrscheinlicher, dass sie sich auch dort mit E-Joints beziehungsweise den entsprechenden Liquids versorgten.

Im Herbst vergangenen Jahres kam es in den USA vermehrt zu Lungenerkrankungen, die zu Beginn mit der E-Zigarette im Allgemeinen in Verbindung gebracht wurden. Später stellte sich jedoch heraus, dass vor allem Vitamin-E-Acetat die Erkrankung verursacht, das zur Streckung und vermeintlichen Qualitätsverbesserung in Verbindung mit Cannabis als Liquid illegal verkauft wurde. Laut CDC sind bislang 68 Patienten an der durch das Acetat verursachten Lungenkrankheit gestorben. In Europa trat keine vergleichbare Krankheitswelle auf. In legalen E-Liquids spielt Vitamin-E-Acetat keine Rolle, in Europa ist es ohnehin seit Jahren als Inhaltsstoff verboten. Dennoch hatte EVALI und die entsprechenden Presseberichte auch hier einen Einbruch des Dampf-Marktes verursacht.