Präventionsgelder bleiben liegen

Rauchprävention wäre eine Möglichkeit, das Geld auszugeben: Fast 100 Millionen Euro bleiben ungenutzt auf Konten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) liegen, die für Prävention, also vorbeugendes Handeln zum Vermeiden von Erkrankungen, ausgegeben werden sollten.




Dies berichtete jüngst der Berliner Tagesspiegel in der Gesundheitsausgabe seines Background-Fachdienstes (Paywall). Dem Artikel zufolge, der sich wiederum auf einen Bericht des Bundesrechnungshofs beruft, flossen bis zum 31. Dezember 2019 zusammengenommen 133,6 Millionen Euro für Präventionsmaßnahmen an die BZgA. Allerdings wurden nur knapp 40 Millionen Euro bis zu diesem Zeitpunkt ausgegeben.

Der Grund laut dem Bericht: Unstimmigkeiten zwischen den Krankenkassen, die 49 Cent pro Versichertem und Jahr in die Kasse abführen müssen, und der BZgA. Von “Unwillen und Verschleppungen” ist die Rede und davon, dass die BZgA über wenig Erfahrung verfüge als Dienstleister bei der Evaluation von Präventionsprogrammen. Die Krankenkassen hätten sich aber auch wenig interessiert an der Zusammenarbeit gezeigt. Wieland Schinnenburg, FDP-Gesundheitsexperte und jüngst bei eGarage in einer Diskussionsrunde zu Gast, will der BZgA den automatischen Mittelzufluß streichen. “Meiner Meinung nach sollte sich die BZgA um projektgebundene Gelder bewerben, anstatt jedes Jahr einen Fixbetrag überwiesen zu bekommen”, wird er von dem Tagesspiegel-Dienst zitiert.