Pflege in Deutschland: Stress und Rauchen

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Mehr als eine Million Menschen kümmern sich um Alte und Kranke im sogenannten Berufsfeld Pflege-und Gesundheitsberufe. Und es werden immer mehr – auch gebraucht, denn die Zahl der Pflegebedürftigen steigt jährlich. Fast jeder kennt doch einen, der auf fremde Hilfe angewiesen ist.




Und wer andere pflegt, ist ja auch in besonderer Weise mit gesundheitlichen Belangen beschäftigt – sowohl für sich als auch für den Kranken und gut informiert. Denkt man wenigstens. Deshalb ist es umso verwunderlicher, dass gerade bei den Kranken- und Altenpflegern die Zahl der Raucher wesentlich höher liegt als im Bundesdurchschnitt: über 31 Prozent rauchen – und die Hälfte der Befragten führen das auf den beruflichen Stress zurück. Sehr nachvollziehbar, aber auch überraschend. So wie die Angaben, dass 57 Prozent nie versucht haben, dem Glimmstängel adieu zu sagen. So die Ergebnisse einer PSYMA-Studie der Marktforschungsinstituts PSYMA Health & CARE, das im vergangenen Oktober 120 Pflegekräfte am Telefon interviewte. Titel der Studie: „Status Quo des Rauchverhaltens in der Pflege und Awareness zu Tobacco Harm Reduction“. Auftraggeber war der IQOS-Hersteller Philip Morris.

Geradezu irritierend ist die „Unwissenheit“ der Befragten bei den Risiken des Rauchens, die fälschlicherweise eher beim Nikotin und nicht beim Teer gesehen werden. Dafür haben zwar schon mehr als die Hälfte von risikominimierten Produkten gehört, konnten sogar einen Zusammenhang zu E-Zigaretten oder/und Tabakerhitzern herstellen. Mehr als 30 Prozent war das Neuland. Und nahezu die Hälfte der Befragten fühlt sich nicht gut unterrichtet zum Thema Risikoreduzierung.
Aber einen Umstieg auf risikoreduzierte Produkte können sich 27 Prozent vorstellen. Fast 60 Prozent stellen potenzielle Umsteiger dar, so die Studienergebnisse; lediglich für 16 Prozent kommt der Ausstieg aus der Zigarette nicht in Frage.

Am meisten Probleme bekommen die rauchenden Pflegekräfte übrigens mit dem kalten Rauch, der in Kleidung und Haaren hängt – sowohl mit den Kollegen als aber auch mit den Patienten, wie eine im Februar nachgeschobene telefonische Befragung ergab. Hier wurden jeweils fast 50 Prozent genannt.

Es wundert also kaum, dass die Durchschnittsbevölkerung so schlecht informiert ist über die Benefits des Dampfens, wenn schon medizinisch Geschulte über so wenig oder falsches Wissen verfügen. „Es kann aber nicht die Aufgabe der Industrie alleine sein, zur Gesundheitskompetenz der Deutschen beizutragen. Für mich ist es daher zunehmend unverständlich, warum gerade die mit der gesundheitlichen Aufklärung beauftragten Institutionen in Deutschland nicht mehr gegen diese Fehleinschätzung tun. Die Aufklärungsarbeit von Public Health England in Großbritannien könnte ein Vorbild sein.“, sagt Dr. Alexander Nussbaum, wissenschaftlicher Sprecher von Philip Morris Deutschland.

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