Niederlande prescht bei Aromenverbot vor

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Die sozialen Netzwerke sind voll von Befürchtungen hinsichtlich weiterer Beschränkungen bei E-Zigaretten und Zusatzstoffen.




Jetzt haben die Niederlande erste Verbote erlassen, wie dpa meldet: Betroffen sind Aromen wie Erdbeereis, Haselnusspasta und andere süße Aromen, die das Dampfen explizit für Kinder und Jugendliche interessant bzw. schmackhaft machen könnten, so lässt das Gesundheitsministerium in Den Haag mittteilen. Dabei beruft es sich auf eine Studie, nach der gerade Jugendliche die süßen Aromen bei E-Zigaretten als „lecker“ empfinden.
Gleichzeitig wird die Maßnahme begründet mit einem postulierten Gateway-Effekt beim Dampfen als Einstieg für das Rauchen von Tabakzigaretten – und genau das soll, so das Ministerium unterbunden werden. Begleitet wird das „süße“ Verbot von einer großen Kampagne für eine „rauchfreie“ Jugend. Der Anteil der Raucher beim Oranje-Nachbarn liegt bei Männern und Frauen genau gleich bei 17 Prozent, so eine weltweite Studie aus 2015, bei der die Niederlande den 39. Platz einnehmen. Deutschland weist demnach bei erwachsenen Männern einen Raucheranteil von 25,1 Prozent aus und bei Frauen von 17,1 Prozent.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, die CSU-Politikerin Daniela Ludwig, wird in der „Welt“ vom 25. Mai mit den Worten zitiert: „Geschmacksrichtungen von Früchten in den Flüssigkeiten sprechen junge Menschen an, für Raucher sind sie gar nicht gemacht. Da sehe ich Handlungsbedarf“. Und verweist dabei auf die zum 1. Juli beginnende deutsche EU-Ratspräsidentschaft. Von dieser erhofft sie sich mehr europäische Gemeinsamkeiten und Regulierungserfolge im Kampf gegen Tabak und E-Zigaretten – und einen Plan bzw. Katalog für und gegen E-Zigarette hat sie auch schon. Wohl nicht nur für Steuern, sondern wohl auch eine Aromenstreichliste.

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