Neues Dampferportal: „Unser Erfolg“

Viele überzeugte Dampfer kennen das Gefühl nur zu gut: Den Frust, der aufsteigt, wenn Freunde, Bekannte, Umwelt, Medien und auch die große Politik nicht zu verstehen scheinen, was am Dampfen so positiv ist. So oder so ähnlich hat es sich meist zugetragen: Man war (starker) Raucher, kam irgendwann mit der E-Zigarette in Kontakt und hat nun durch diese wunderbare Erfindung den (Teil-)Ausstieg geschafft. Ist das los, wofür man sich jahrelang rechtfertigen musste, vor allem auch vor seinem eigenen schlechten Gewissen. Den Fluch des Dauerrauchens. Und dann das: Statt gelobt, beglückwünscht und unterstützt zu werden, grüßt das Murmeltier. Wieder muss man sich rechtfertigen, wird in die Defensive gedrängt. Doch diesmal sind die kritischen Fragen und die Vorwürfe weitgehend unbegründet. Daran, dass Dampfen um Größenordnungen weniger schädlich ist als Rauchen, besteht schließlich kaum ein Zweifel.

Woran liegt es, dass die Dampfer bislang so wenig verstanden und die Vorteile so wenig gewürdigt werden? Natürlich daran, dass sich die Kritiker oft entweder gar nicht oder nur oberflächlich mit der Materie beschäftigen. Und wie der neue Film „A Billion Lives“ zeigt, gibt es auch harte Lobbyinteressen, die den Erfolg verhindern wollen. Aber es liegt auch daran, dass viele schlicht noch nicht mit Dampfern in Kontakt gekommen sind, die dadurch das Rauchen aufgeben oder zumindest deutlich reduzieren konnten.

An diesem Punkt kommt eine neue Webseite des Verbands des eZigarettenhandels (VdeH) ins Spiel. Die Lobbyorganisation Branche stellt auf www.unsererfolg.org einzelne Dampfer vor, die ihre Erfolgsgeschichte erzählen und damit den E-Zigaretten-Nutzern, immerhin mehrere Millionen in Deutschland, ein Gesicht geben. Claudia, 50, aus Glüsingen schreibt: „Heute gehe ich mit sehr viel mehr Energie durch die Gegend. Und vor allem gerne. Kein Husten und keine Schweißausbrüche mehr. Und meine Familie kann mich auch wieder besser riechen 😉.“

Manuela aus Pleinfeld, 40, ist seit 2011 als Dampferin unterwegs. „Das war, abgesehen von meinen Kindern, das Beste was mir passierte. Die Vielfalt war 2011 zwar noch nicht so wie heute aber ich konnte sofort die verhassten Zigaretten wegwerfen“, schreibt sie.

Denniz, 34, aus Winsen/Luhe berichtet, dass er seit Februar 2014 keine Tabakzigarette mehr in der Hand hatte. „Und ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass ich es schaffe.“

Noch ist nicht allzuviel los auf der Seite, aber Dampfer, die ein bisschen in die Öffentlichkeit treten wollen, können das nun tun und sich zur E-Zigarette bekennen. Unter „Hier könnte Deine Story stehen“ kann man sich dem Portal vorstellen.

Wünschenswert wäre es vielleicht, die Dampfer noch ein bisschen ausführlicher zu Wort kommen zu lassen, zum Beispiel, welche Liquids und mit welchen Geräten sie dampfen und wie sich die Nikotinstärke entwickelt hat. Aber wir finden: Wenn es gelingt, viele zum mitmachen zu bewegen, kann das keine schlechte Sache sein. Im Gegenteil. Je mehr Dampfer in der Öffentlichkeit sichtbar werden, desto besser. Nur so kann man letztlich die Vorurteile effektiv abbauen.

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