Jugendliche dampfen weniger

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Wenn in der Pressemitteilung die E-Zigarette nicht erwähnt wird, ist das schon ein starkes Anzeichen dafür, dass es keine besorgniserregenden Entwicklungen in diesem Bereich gibt.




Und tatsächlich: Der große Bericht über den Gebrauch von Drogen durch Jugendliche der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigt in seinem Zahlenwerk erfreuliche Entwicklungen. In erster Linie natürlich, dass das enorm gesundheitsschädliche Rauchen weiter zurückgeht: Die Raucherquote bei 12- bis 25-Jährigen ist auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Erfassung in den 70er-Jahren gefallen. 85,1 Prozent der Jugendlichen geben an, in ihrem Leben noch nie geraucht zu haben. Die Studie basiert auf umfassenden Befragungen durch das Institut Forsa im Jahr 2019.

Nun aber zur E-Zigarette: Überhaupt schon einmal in ihrem Leben ausprobiert haben 2019 der Befragung zufolge 12,3 Prozent der 12- bis 17-Jährigen die E-Zigarette und 9,2 Prozent E-Shishas (Überschneidung möglich). Im Vorjahr, 2018, waren es 12,4 Prozent, 2014, also fünf Jahre zuvor, allerdings auch schon einmal 13,2 Prozent. Bei den 18- bis 25-Jährigen liegt die Zahl bei nun 27,4 Prozent. Das ist ein Anstieg: 2014 waren es 21,9 Prozent, 2018 26,7 Prozent.

Forscher allerdings verweisen häufig darauf, dass die sogenannte Lebenszeitprävalenz kein besonders aussagekräftiger Gradmesser für ein Problem ist. Jahre zurückliegendes, einmaliges Ausprobieren zählt schließlich auch dazu. Gut, dass die Studie deshalb auch die 30-Tage-Prävalenz erfasst. Das schließt zwar Gelegenheitsdampfer mit ein, aber den lange zurückliegenden Konsum eben aus. Hier sind die erfassten Zahlen wirklich positiv: Bei den 12- bis 17-Jährigen sind es nun 3,7 Prozent, die E-Zigaretten nannten. Im Vergleich: 2018 waren es 4,2 Prozent, 2014 allerdings nur 2,8 Prozent. Bei E-Shishas hat sich der Gebrauch zuletzt halbiert. Auch bei den 18- bis 25-Jährigen ist der E-Shisha-Konsum deutlich zurückgegangen. E-Zigaretten nutzten 2019 demnach 5,9 Prozent dieser Altersgruppe, 2018 waren es noch 6,6 Prozent (2014 allerdings nur 3,7 Prozent).




Das Gesamtbild ist damit relativ eindeutig: Der Konsum geht nun eher zurück, als dass er ansteigt. Und das auf einem Niveau, das weit unter den Zahlen aus den USA liegt. Das belegen auch die Erhebungen einer anderen Studienreihe, der DEBRA. Das, was ärgerlicherweise an Jugendkonsum bleibt, ist natürlich interpretationsfähig: Kritiker der E-Zigarette meinen, sie führe zum Tabakkonsum. Demgegenüber steht die Einschätzung, dass es selbst unter jungen Menschen schon erste Nutzer gibt, die damit von der Zigarette loskommen und ein dauerhafter Umstieg von der E- auf die Tabak-Zigarette eine große Seltenheit ist.

Eine wichtige Einschränkung übrigens noch: Nicht erfasst wurde, ob die E-Zigaretten, die junge Menschen in Deutschland nutzen, überhaupt Nikotin enthalten. Es gibt Hinweise darauf, dass Nikotin eher die Ausnahme als die Regel beim Konsum darstellt.