Isralische Forscher: Raucher erkranken seltener an Covid

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Die These französischer Forscher, Nikotin könne die Ausbreitung von Covid-19 im Körper hemmen, ist bislang keinesfalls belegt, entsprechende Untersuchungen laufen.




Allerdings: Die Beobachtung, dass Raucher überraschenderweise seltener am neuen Coronavirus erkranken, unterstützen nach italienischen nun auch israelische Forscher. Dies geht aus einer noch nicht von Experten geprüften („peer review“ Studie hervor, die vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde.

Datengrundlage waren die rund drei Millionen versicherten Israelis der größten Krankenkasse des Landes, Clalit Health Services, von denen wiederum knapp 115.000 auf Covid getestet wurden. Positiv viel das Ergebnis bei vier Prozent aus. In dieser Gruppe kamen Raucher nur etwa halb so oft vor, wie eigentlicht zu erwarten gewesen wäre anhand der Demographie. Insgesamt lag der Raucher-Anteil bei rund zehn statt den im Schnitt zu erwartenden rund 20 Prozent, was auch mit statistischen Tests abgesichert wurde. Die Forscher, die bei Clalit und auch unter anderem der Hebrew University arbeiten, kommen deshalb zu folgendem Schluss: „Das Risiko einer Covid-19-Infektion scheint unter derzeitigen Rauchern halbiert zu sein. Dieses faszinierende Ergebnis könnte auf besondere Infektionsmechanismen hindeuten, die genutzt werden könnten, um die Krankheit zu bekämpfen und die Infektionsrate zu senken.“

Die israelischen Forscher bleiben damit trotz der Untermauerung der Beobachtung, dass Raucher erstaunlich selten an Covid erkranken, hinter ihren französischen Kollegen zurück, die bereits eine Theorie aufgestellt haben, wie Nikotin den Verlauf von Covid hemmen könnte. Die Untersuchung ist damit nicht mehr als ein weiterer Puzzlestein, der aber in das Bild passt, dass Nikotingabe tatsächlich helfen könnte.