Frankfurter Allgemeine macht das Dampfen zur Normalität

Eine E-Zigarette von Juul. Foto: Steve Heap / Shutterstock.com

Woran erkennt man, dass etwas im Alltag vieler Menschen angekommen ist und nicht mehr als besonders diskussionswürdig angesehen wird? Zum Beispiel daran, dass in einer gewöhnlichen Pubikumszeitung ein Produkttest dazu veröffentlicht wird.




So geschehen am Sonntag in der jüngsten Ausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). Der Artikel trägt die Überschrift „Welche E-Zigarette ist die beste?“, und genau das möchte der Autor Maximilian Grün herausfinden.

Getestet wurden die Aspire Zelos, die eGo AIO von Joyetech, die Endura T18 von Innokin, der iStick Pico von Eleaf und das Podsystem Juul. Zum Testergebnis ganz kurz: Die Juul kommt unter den fünf Geräten auf den letzten Platz, vor allem wegen der fehlenden Einstellbarkeit, wenig Geschmacksrichtungen und der geringen Akkulaufzeit.
Auf Platz eins landet die Aspire, auch wegen der großen Batterie. Aber natürlich ist das Geschmackssache beziehungsweise vom Einsatzzweck abhängig. Und der Test fällt im Vergleich zum Detailwissen, das viele begeisterte Dampfer aufgebaut haben, eher oberflächlich aus, schon aus Platzgründen. Wobei der Autor zeigt, dass er sich durchaus auskennt.

Doch das ist ohnhin fast irrelevant. Wichtiger aus Sicht der Dampfergemeinschaft: Eine große, vielgelesene Zeitung hat die E-Zigarette als normalen Gegenstand akzeptiert. Erstaunlich ist, dass der Artikel sogar ohne die üblichen „disclaimer“ auskommt. Nicht einmal der übliche Hinweis auf die (im Vergleich zum Rauchen wohl drastisch geringeren) Gesundheitsgefahren, die von der E-Zigarette ausgehen können, findet sich in dem Artikel.

Ist das Dampfen in der Mitte der Gesellschaft angekommen? Das wäre angesichts eines Zeitungsbeitrags nun doch zu viel behauptet. Die im Artikel nicht untergebrachte Skepsis bricht sich zudem in einigen Leserkommentaren unter dem FAS-Artikel Bahn.
Dennoch: Vor einigen Jahren wäre ein solcher Artikel wohl kaum vorstellbar gewesen.