Forscher: Nikotin in Zigaretten runter, Dampfen muss bleiben

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Ein renommierter US-Gesundheitsforscher spricht sich dafür aus, den Nikotingehalt von Zigaretten drastisch zu reduzieren und gleichzeitig eine hohe Produktvielfalt bei der E-Zigarette zu erhalten.




So könne die Raucherquote deutlich gesenkt werden, argumentiert Jonathan Foulds, Professor für öffentliche Gesundheit und Psychiatrie an der US-Universität Penn State in einem Gastbeitrag für “The Conversation”.

Foulds argumentiert, der Effekt einer Nikotinreduktion in herkömmlichen Zigaretten sei “enorm”. Eine von der Biden-Regierung in Erwägung gezogene Senkung des Nikotingehalts um etwa 95 Prozent würde das Suchtpotenzial von Zigaretten quasi eliminieren. “Junge Menschen würden nicht mehr süchtig werden und Rauchern würde das Aufhören deutlich leichter fallen”, schreibt er. In einer von ihm durchgeführten Studie mit Zigaretten fast ohne Nikotin sei dieser Gruppe im Vergleich der Ausstieg viermal leichter gefallen.

Gleichzeitig wirft sich Foulds aber auch ausführlich für die Rauchstopp-Möglichkeit E-Zigarette in die Bresche. Er kritisiert die Entscheidung der Aufsichtsbehörde FDA, hart gegen E-Zigaretten vorzugehen, als “verwirrend”. Denn er und viele andere Forscher seien überzeugt, dass regulierte, aber hoch nikotinhaltige E-Zigaretten ein “entscheidendes Element” seien, um bei einer Nikotinreduktion in herkömmlichen Zigaretten gleichzeitig die Nachfrage nach illegalen, hoch nikotinhaltigen Rauchprodukten zu senken.




Gesundheitsbehörden in vielen Ländern, zum Beispiel in Großbritannien und Neuseeland, hätten die wichtige Rolle der E-Zigarette beim Rauchstopp erkannt. Forschungsergebnisse zeigten, dass sie sehr deutlich weniger Schaden anrichte und Rauchern dabei helfe, von äußerst giftigen Zigaretten loszukommen. Es sollten aus seiner Sicht also zumindest einstweilen unbedingt eine “Vielzahl” an E-Zigaretten auf dem Markt bleiben.