Explosionen und Brände – sind E-Zigaretten gefährlich?

In Frankreich ist kürzlich eine E-Zigarette explodiert, wie französische Medien berichten. Ein 21-jähriger Mann erlitt schwere Verletzungen an der Hand. Die genaue Unfallursache steht noch nicht fest, aber wahrscheinlich war der Akku schadhaft oder falsch aufgeladen worden. Derartige Unfälle kommen durchaus häufiger vor. Vor knapp einem Jahr starb in Großbritannien ein Mann, dessen E-Zigarette Feuer fing und das Equipment seiner Sauerstoff-Versorgung in Brand setzte. Dieses Video aus Enlgand, das von zahlreichen Medien aufgegriffen wurde, zeigt angeblich die Explosion einer E-Zigarette in einem Pub.

Die zentrale US-Feuerwehrbehörde sah sich bereits veranlasst eine speziell auf Dampfer zielende Info-Broschüre herauszugeben, die Risiken und den richtigen Umgang mit E-Zigaretten erklärt. Zwischen 2009 und 2014 kam es demnach zu 25 von den Medien aufgegriffenen Feuern und Explosionen in den USA, die durch E-Zigaretten ausgelöst wurden. Auch in Deutschland gibt es vereinzelte Meldungen über Brände, die durch E-Zigaretten verursacht wurden.

Heißt das, E-Zigaretten sind ein Hochrisiko-Produkt? Nein. Sogar die US-Feuerwehrbehörde schreibt, dass Unfälle mit E-Zigaretten angesichts von 2,5 Millionen Nutzern „selten“ seien. Laut neueren Zahlen sollen sogar rund 20 Millionen US-Amerikaner dampfen. Im Vergleich zu anderen elektronischen Geräten scheint es nicht so zu sein, als ob E-Zigaretten ein besonderes Risiko darstellen. Auch über exploodierende Handy-Akkus gibt es hin und wieder Berichte, sogar über Markenprodukte wie das iPhone. Zudem: Im Vergleich zum Alternativprodukt Zigarette, die eine der häufigsten Quellen für Hausbrände ist, schneidet die E-Zigarette exzellent ab.

Allerdings fällt bei der Recherche auf, dass die Unfallursachen fast immer die gleichen sind – und daraus lassen sich durchaus Rückschlüsse ziehen, wie Dampfer das Risiko minimieren können. Bei der Auswertung durch die US-Behörden wurde ein Muster festgestellt: 80 Prozent der Unfälle ereigneten sich beim Laden der E-Zigaretten-Akkus, das normalerweise über USB-Stecker erfolgt, die wiederum in einen Computer oder über einen Adapter direkt an die Steckdose angeschlossen sind. Extrem wichtig: Obwohl die Steckergröße USB standardisiert ist, heißt das nicht, dass die USB-Ports technisch gleich ausgelegt sind!

„Nur die wenigsten Konsumenten verstehen, dass nicht alle USB Ports gleich sind“, schreibt die Behörde. Dadurch passiere es zum Beispiel, dass E-Zigaretten-Akkus an ein Ladegerät mit einer deutlich höheren Spannung angeschlossen würden. Das könne dann zur Überhitzung und zur Explosion des Akkus führen. Die Schlussfolgerung: Auf keinen Fall ein Ladegerät verwenden, dass nicht vom Hersteller zu genau dieser E-Zigarette mitgeliefert wurde. Die US-Behörde schreibt, dass sich durch individuelle Ladegeräte das Risiko verringern lasse. Das ist jedoch nicht zu erwarten. Die unter Ego-T bekannte Standardschraubgröße („510“) für wiederbefüllbare E-Zigaretten erfreut sich gerade deshalb so großer Beliebtheit, weil Akkus und Verdampfer austauschbar sind.

Die anderen Risiken wie schadhafte Akkus sind nur extrem selten Unfallursache. Hier gilt natürlich, dass Qualitätsprodukte vermutlich weniger Störanfällig sind als Billig-Dampfen. Die Berichte über explodierende iPhones zeigen jedoch, dass auch Markenhersteller offenbar keinen hunderprozentigen Schutz bieten können.

Insgesamt kann man festhalten: E-Zigaretten sind trotz einer Unfälle recht sichere Produkte, die nur selten Brände verursachen oder gar explodieren. Wer darüber hinaus beachtet, auf jeden Fall das passende Ladegerät zu benutzen, kann die Gefahr noch einmal deutlich senken.