Ex-WHO-Tabakchef bekennt sich zur E-Zigarette

Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist in den vergangenen Jahren durch ihre Skepsis gegenüber der E-Zigarette aufgefallen und verlangt eine strenge Regulierung. E-Zigaretten sollen zum Beispiel in öffentlichen Räumen verboten werden und macht auch sonst nicht gerade mit einer positiven Einschätzung von sich reden. Derek Yach, ehemaliger Chef der Tabak-Abteilung der WHO, hält die skeptische Haltung der WHO für falsch. „E-Zigaretten retten leben“, ist sein Credo, wie er kürzlich in einem Artikel für den britischen „Spectator“ klarstellte. Die ablehnende Haltung der WHO kann er zwar nachvollziehen: Die Organisation sei darauf getrimmt, allen Innovationen, die mit der Tabakindustrie auch nur entfernt zu tun haben, sehr skeptisch entgegenzutreten.“Big Tobacco“ habe in der Vergangenheit schließlich allzu häufig gelogen und manipuliert.

Allerdings drohe nun der E-Zigarette, die viel weniger Schaden anrichte als die gewöhnliche Zigarette, das gleiche Schicksal wie Snus, also Kautabak. Der sei fast überall in Europa verboten worden, außer in Schweden und Norwegen. Dort sei die Zahl der Raucher aber deshalb geringer, was einen positiven Effekt auf die Todesfälle durch Tabak gehabt habe. Snus ist nicht ungefährlich, aber doch deutlich sicherer als Tabakrauch. „Snus ist fast in ganz Europa verboten, obwohl es schlagende Beweise dafür gibt dass es weniger schadet. Und jetzt droht E-Zigaretten das gleiche Schicksal“, schreibt er. Beweise, dass E-Zigaretten auch unter Nichtrauchern verbreitet seien oder Jugendliche zur Zigarette bringen würden, gebe es nicht. Bis zum Jahr 2100 werde es schätzungsweise weltweit eine Milliarde Tabak-Tote geben. „E-Zigaretten und andere Geräte, die Nikotin liefern können, geben uns die Chance, diese Zahl zu reduzieren.“

Allerdings fordert er auch von den Unternehmen der E-Zigaretten-Branche und der Tabakindustrie, die in den Markt einsteigt, Transparenz. „Sie müssen ihre langfristigen Ziele festlegen. Wollen sie wirklich den Schaden reduzieren, oder geht es ihnen nur darum, den Fortschritt bei der Bekämpfung des Rauchens zu verlangsamen, wie viele im Gesundheitswesen meinen?“