Erste Aroma-Verbote in den USA

Foto: Shutterstock.com / Jarretera

In den USA bahnt sich ein weitgehendes Verbot von Aromen jenseits von Tabakgeschmack in E-Zigaretten-Liquids an.




Die US Food & Drug Administration (FDA) hat erstmals drei Herstellern den Vertrieb ihrer Produkte verboten. Sogenannte „marketing denial orders“ (MDO) wurden ausgesprochen gegen JD Nova Group LLC, Great American Vapes, and Vapor Salon. 55.000 Produkte seien betroffen, hieß es in einer Mitteilung der FDA. Das klingt viel, dennoch sind die drei Anbieter eher kleinere Hersteller.

Bemerkenswert ist die Begründung der Behörde: Unternehmen, die alternative Produkte, sogenannte ENDS (dazu gehören neben E-Zigaretten zum Beispiel auch Tabakerhitzer), müssten „robuste und verlässliche“ Evidenz liefern, dass der Vorteil, den die Produkte erwachsenen Rauchern verschafften, größer als die Risiken für Jugendliche seien. So jedenfalls lässt sich Mitch Zeller zitieren, Direktor des Center for Tobacco Products der FDA. Die Beweislast, so Zeller weiter, liege beim Anbieter. Diesen Beweis zu führen, könnte gerade für kleinere Anbieter nahezu unmöglich werden.

Die FDA machte auch keinen Hehl daraus, dass das wahrscheinlich nur der Anfang des Rundumschlags gegen Aromen in E-Zigaretten ist. Vor knapp einem Jahr hatten rund 500 E-Zigaretten-Anbieter die nötigen Zulassungsanträge bei der FDA eingereicht, über die nun erstmals entschieden wurde. Es geht um insgesamt 6,5 Millionen Produkte und damit den gesamten Markt. Wörtlich hieß es von der FDA, es müsse klar nachgewiesen sein, dass es Vorteile für erwachsene Raucher gebe. Diese Nachweise würden dann eingehend überprüft von der Behörde. Ohne derartige Nachweise „hat die FDA vor, eine MDO auszusprechen“. Weitere Entscheidungen werden in den kommenden Wochen und Monaten erwartet. Der größte Pod-Anbieter Juul hatte bereits vor knapp zwei Jahren seine Frucht-Aromen in den USA vom Markt genommen.




Die American Vaping Association teilte auf Twitter mit, es seien „traurigerweise“ weitere ähnliche Produktverbote zu erwarten. Größere Unternehmen könnten aber tatsächlich Nachweise erbringen, dass die positiven Effekte größer als die negativen seien. Diese müsse die FDA dann prüfen. Es besteht aus Sicht des Verbandes also noch etwas Hoffnung.