E-Zigaretten zu leicht für Jugendliche verfügbar?

In Deutschland wird darüber diskutiert, E-Zigaretten streng zu regulieren. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU) fordert sowohl Steuern auf nikotinhaltige Liquids als auch besseren Jugendschutz. Während das erste Anliegen Gift für das Dampfen wäre, das gerade Rauchern deutliche gesundheitliche Vorteile bieten kann und die Vermutung naheliegt, dass es lediglich um eine neue Finanzierungsquelle für den Staat geht, wird in der Branche das zweite Anliegen deutlich positiver gesehen. So setzt sich auch der Verband des eZigarettenhandels für besseren Jugendschutz ein.

Doch wie sieht die Situation tatsächlich aus? Mortler behauptet, einer von neun Jugendlich habe schon einmal E-Shishas oder E-Zigaretten probiert, wobei offenbleibt, ob es um nikotinhaltige Produkte geht. In den USA ist indes untersucht worden, ob es trotz Verkaufsverboten leicht für Jugendliche ist, an E-Zigaretten zu gelangen. In einer Studie, die in der seriösen Fachzeitschrift JAMA Pediatrics veröffentlicht wurde, konnten Teenager in 94 Prozent der Fälle E-Zigaretten online problemlos kaufen. Keiner der Jugendlichen wurde bei der Online-Bestellung trotz entsprechender Auflagen, die im Test-Staat North Carolina für die Verkäufer gelten – gefragt, einen Altersnachweis vorzulegen.

Für Kritiker der E-Zigarette sind das Versagen des Handels und derart ernüchternde Test-Ergebnisse Wasser auf die Mühlen. Die USA Today zitiert einen Gesundheitsexperten mit den Worten, die E-Zigaretten-Industrie wiederhole das „Drehbuch“ der Tabakindustrie und sorge dafür, dass Dampfer schon in jungen Jahren abhängig würden. Auch in Deutschland könnte eine derartige Entwicklung vermutlich negative Auswirkungen auf die Akzeptanz der E-Zigarette haben.