E-Zigarette auf Rezept

Weltpremiere in Großbritannien: Zum ersten mal überhaupt, zumindest soweit wir informiert sind, werden E-Zigaretten auf Rezept verschrieben.

Ab Anfang 2016 sollen Patienten des National Health Service (NHS), die mit dem Rauchen aufhören wollen, E-Zigaretten verschrieben bekommen, wenn sie das möchten. Die britische Regierung befürchtet offenbar einen Ansturm auf die „Staats-Dampfe“, die auch Hausärzte verschreiben sollen, und wollte die Nachricht noch geheim halten, bis es tatsächlich los geht. Doch mehrere Zeitungen berichten bereits darüber. Zum Einsatz sollen offenbar Kartuschensysteme kommen. Die britische Regierung schätzt, dass eine E-Zigarette 20 Pfund (rund 28 Euro) kosten wird und noch einmal zehn Pfund pro Woche für die Wiederbefüllung anfallen. In dieser Preisregion gibt es solide Einsteigersets, aber keine hochwertigen E-Zigaratten auf dem Markt.

Die Entscheidung der britischen Regierung, zur Rauchentwöhnung aufs Dampfen zu setzen, war im Sommer gefallen, nachdem der Report einer Regierungsbehörde festgestellt hatte, dass E-Zigaretten mindestens 95 Prozent weniger gesundheitsschädlich sind als normale Tabakzigaretten. Anschließend gab es zwar Kritik an dem Bericht, es hieß, einigen Autoren sei Parteilichkeit vorzuwerfen. Dennoch hat das offenbar nichts daran geändert, dass die britische Regierung die E-Zigarette positiv sieht. Ohne sich in der Detaildiskussion zu verrennen, lässt sich mit Sicherheit sagen, dass die E-Zigarette um Größenordnungen weniger schädlich ist als Tabakrauch. Zudem ist sie als Entwöhnungsmittel relativ erfolgreich. Diese Studie zum Beispiel kommt zum Ergebnis, dass immerhin 18 Prozent der E-Zigaretten-Nutzer der komplette Rauchstopp gelang. Bei anderen Methoden wie Nikotinpflastern oder ärztlichen Therapien liegt die Erfolgsquote meist sogar deutlich unter zehn Prozent.

Nur eine gute Nachricht, also? Im Grunde schon, und nicht nur für alle, denen mit einer Staats-Dampfe der Rauchstopp gelingt. Denn wenn die britische Regierung offiziell E-Zigaretten gutheißt, kann das nur positiv für das Image sein. Allerdings: Sollten E-Zigaretten in Zukunft als Arzneimittel reguliert werden statt als Genußmittel, hätte das gravierende negative Folgen. Dann wäre es teuer und schwer, an E-Zigaretten zu kommen. Doch davon ist in Großbritannien bislang nicht die Rede. Und auch in Deutschland ist das nach einigen Gerichtsurteilen kein Thema mehr. Bleibt noch eine Frage: Dampfen auf Rezept – trauen sich das auch die deutschen Gesundheitspolitiker?

 

 

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