E-Geschenke

Wenige Tage später erreichten mich – genau richtig zu meinem Geburtstag – zwei Päckchen mit einem Postzusteller. Jubeltagpräsente von dem Bekannten mit dem dampfenden Teil; und neugierig packte ich gleich aus: Wie edles Silberbesteck verpackt, wickelte ich gleich zwei E-Zigaretten aus inklusive Gebrauchsanweisung mit Bildern.

Das ist ja bei Ikea, dachte ich noch. Und machte mich über die english version sogleich her. Autsch. Erstmal die Teilchen sichten, den Akku laden, bitte geduldig warten und dann die Liquid rein – und schmauchen, nein dampfen. Fertig, na dann. Nur die Aromastoffe fehlten; na dann übe ich mal trocken.

Schon klingelte der Postmann zum zweiten Mal – und lieferte das nächste kleine Päckchen mit den Liquids aus: stronger Tabak, Kirsche und Waldfrucht.

Ich mischte wild durcheinander – und überall floss das zähflüssige Zeug aus allen Öffnungen: seitlich, alles war klebrig feucht, durch die E-Zigarettenspitze noch beim Befüllen und natürlich auch durch die Schrauböffnung. Es nässt wie ein Baby mit voller Windel.

Die Bilder des Beihefters sind echt irreführend: Beim Eintropfen bitte unbedingt die Spitze schräg nach unten halten, das Liquid unter keinen Umständen in die kleine mittlere runde Öffnung, das direkte Verbindungsstück zur Zigarettenspitze, fließen lassen – wie es das Foto fälschlich widergibt.

Und bloß langsam und vorsichtig dosieren, sonst läuft alles über und es entsteht die kitschige Kleberei. Noch kein einziger Dampfzug getan und schon voller klebriger Duftstoffe, fast ekelig.

Papierküchentücher sollen helfen, es scheint schon sich verhärtet zu haben und klebt an der ersten Schraubmöglichkeit fest. Mit zu viel Druck will ich das raugeflossene Liquid entfernen – und ruiniere dabei die Dochte, jetzt fließt alles überall gleichzeitig raus. Mir ist der Spaß verdorben – und immer noch kein Zug gedampft. Bis am Abend mich weitere Freunde mit Geschenken überraschen: noch eine E-Zigarette und weitere Liquids. Jetzt muss ich es nochmals versuchen.