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Dual Use wohl besser als der sehr schlechte Ruf

27. October 2022By JJS

Ist Dual Use, also der Gebrauch von E-Zigarette und herkömmlicher Zigarette, wirklich genauso schädlich wie ganz beim Tabak zu bleiben? Lange Zeit galt das aufgrund einiger Studien als beinahe gesetzt, obwohl es aus einer Laienperspektive nicht viel Sinn ergibt. Werden Zigaretten, wenn auch nur zum Teil, durch eine weniger schädliche Alternative ersetzt, sollte das zumindest gewisse, wenn auch eingeschränkte positive Effekte haben. Einige behaupteten sogar, Dual Use sei noch ungesünder als Rauchen.

Professor Knut Kröger, Chefarzt der Klinik für Angiologie am Helios Klinikum Krefeld, hatte auf dem 3. Karlsruher Präventionsgespräch im Juni Zweifel an der bisher dominierenden Einschätzung geäußert. Die zahlreichen Studien, die die Gefahr des sogenannten Dual-Use betont hätten, seien aus seiner Sicht unzureichend und nicht geeignet für eine Einschätzung, weil in der Regel hoher weitergeführter Tabakkonsum untersucht worden sei. Mit anderen Worten: Wer mehr oder weniger wie ein Raucher raucht und zusätzlich E-Zigaretten nutzt, zum Beispiel wenn Rauchen nicht erlaubt ist, kann natürlich auch nicht mit positiven Effekten rechnen.

Die Cochrane Tobacco Addiction Group, die den Bereich E-Zigarette und Tabak für die Standards setzende Cochrane Collaboration abdeckt, machte nun in einem Tweet auf neue Evidenz aufmerksam: Auch die Reduktion des Rauchens durch Dual Use verbessere die Gesundheit insofern, als schädliche Stoffe und Prozesse im Körper (“Biomarker”) zurückgingen.

Dabei berufen sich die Cochrane-Forscher auf eine Studie, die jüngst veröffentlicht wurde und die von namhaften britischen Forschern verfasst wurde, darunter auch Professor Peter Hajek von Queen Mary University in London. Die Ergebnisse der Meta-Untersuchung, die andere Studien aus- und bewertete, stehen “im Einklang mit anderen Studien und einem breiten wissenschaftlichen Konsens darüber, dass die größten gesundheitlichen Verbesserungen durch den vollständigen Verzicht auf brennbaren Tabak erzielt werden und dass E-Zigaretten, obwohl sie nicht völlig risikofrei sind, eine risikoärmere Alternative darstellen”, heißt es bewertend.

Und weiter, nun zu Dual Use: “Von Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern wurden Bedenken geäußert, dass der gleichzeitige Konsum von E-Zigaretten und Tabak zum Verbrennen zu größeren Schäden führen kann als der ausschließliche Konsum von Tabak. Die in dieser Übersichtsarbeit analysierten Studien ergaben jedoch keine Hinweise darauf, dass Biomarker für potenzielle Schäden bei Personen, die weiterhin Tabak zum Verbrennen rauchten und gleichzeitig E-Zigaretten verwendeten, zunahmen. Vielmehr wurde Dual Use mit einer statistisch signifikanten Verringerung von CO, Nitrosaminen (gemischte Evidenz), einigen Metaboliten polyaromatischer Kohlenwasserstoffe und einigen Mercaptursäuren in Verbindung gebracht.”

Mit anderen Worten: Es sieht den Ergebnissen zufolge ganz danach aus, als ob die Intuition nicht trügt und E-Zigaretten auch bei Dual Use zumindest eine gewisse Schadensreduktion bringen, wenn dafür auf herkömmliche Zigaretten verzichtet wird. Aber, wie auch die Studie betont: Der komplette Ausstieg ohnehin, aber auch der vollständige Umstieg auf die E-Zigarette bleiben die besseren Alternativen.

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Ist Dual Use, also der Gebrauch von E-Zigarette und herkömmlicher Zigarette, wirklich genauso schädlich wie ganz beim Tabak zu bleiben? Lange Zeit galt das aufgrund einiger Studien als beinahe gesetzt, obwohl es aus einer Laienperspektive nicht viel Sinn ergibt. Werden Zigaretten, wenn auch nur zum Teil, durch eine weniger schädliche Alternative ersetzt, sollte das zumindest gewisse, wenn auch eingeschränkte positive Effekte haben. Einige behaupteten sogar, Dual Use sei noch ungesünder als Rauchen.

Professor Knut Kröger, Chefarzt der Klinik für Angiologie am Helios Klinikum Krefeld, hatte auf dem 3. Karlsruher Präventionsgespräch im Juni Zweifel an der bisher dominierenden Einschätzung geäußert. Die zahlreichen Studien, die die Gefahr des sogenannten Dual-Use betont hätten, seien aus seiner Sicht unzureichend und nicht geeignet für eine Einschätzung, weil in der Regel hoher weitergeführter Tabakkonsum untersucht worden sei. Mit anderen Worten: Wer mehr oder weniger wie ein Raucher raucht und zusätzlich E-Zigaretten nutzt, zum Beispiel wenn Rauchen nicht erlaubt ist, kann natürlich auch nicht mit positiven Effekten rechnen.

Die Cochrane Tobacco Addiction Group, die den Bereich E-Zigarette und Tabak für die Standards setzende Cochrane Collaboration abdeckt, machte nun in einem Tweet auf neue Evidenz aufmerksam: Auch die Reduktion des Rauchens durch Dual Use verbessere die Gesundheit insofern, als schädliche Stoffe und Prozesse im Körper (“Biomarker”) zurückgingen.

Dabei berufen sich die Cochrane-Forscher auf eine Studie, die jüngst veröffentlicht wurde und die von namhaften britischen Forschern verfasst wurde, darunter auch Professor Peter Hajek von Queen Mary University in London. Die Ergebnisse der Meta-Untersuchung, die andere Studien aus- und bewertete, stehen “im Einklang mit anderen Studien und einem breiten wissenschaftlichen Konsens darüber, dass die größten gesundheitlichen Verbesserungen durch den vollständigen Verzicht auf brennbaren Tabak erzielt werden und dass E-Zigaretten, obwohl sie nicht völlig risikofrei sind, eine risikoärmere Alternative darstellen”, heißt es bewertend.

Und weiter, nun zu Dual Use: “Von Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern wurden Bedenken geäußert, dass der gleichzeitige Konsum von E-Zigaretten und Tabak zum Verbrennen zu größeren Schäden führen kann als der ausschließliche Konsum von Tabak. Die in dieser Übersichtsarbeit analysierten Studien ergaben jedoch keine Hinweise darauf, dass Biomarker für potenzielle Schäden bei Personen, die weiterhin Tabak zum Verbrennen rauchten und gleichzeitig E-Zigaretten verwendeten, zunahmen. Vielmehr wurde Dual Use mit einer statistisch signifikanten Verringerung von CO, Nitrosaminen (gemischte Evidenz), einigen Metaboliten polyaromatischer Kohlenwasserstoffe und einigen Mercaptursäuren in Verbindung gebracht.”

Mit anderen Worten: Es sieht den Ergebnissen zufolge ganz danach aus, als ob die Intuition nicht trügt und E-Zigaretten auch bei Dual Use zumindest eine gewisse Schadensreduktion bringen, wenn dafür auf herkömmliche Zigaretten verzichtet wird. Aber, wie auch die Studie betont: Der komplette Ausstieg ohnehin, aber auch der vollständige Umstieg auf die E-Zigarette bleiben die besseren Alternativen.

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