Dampferaufstand in Australien fürs Erste erfolgreich

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In Australien spielt sich gerade ein kleiner politischer Krimi um die E-Zigarette ab.




Gesundheitsminister Greg Hunt gab kürzlich überraschend bekannt, das Importverbot und die hohe Strafbewehrung für E-Zigaretten kurz vor Torschluss um ein halbes Jahr auf Anfang 2021 zu verschieben. Der Grund: Massiver Widerstand der Dampfer, Protestzuschriften, Kritik auch aus dem Gesundheitssektor und auch aus den eigenen Reihen. Australien, bekannt für sein frühes und äußerst scharfes Vorgehen gegen herkömmliche Zigaretten mittels hoher Steuern und Schockbildern, wollte den Import von nikotinhaltigen Liquids und E-Zigaretten, deren Verkauf in Australien ansonsten ohnehin schon verboten ist, unter drakonische Strafen stellen. Bis zu 222.000 Australische Dollar sollten bei Vergehen fällig werden.

Seinen Rückzieher begründete Hunt mit „einer Gruppe Bürger, die E-Zigaretten mit Nikotin nutzten, um mit dem Rauchen aufzuhören“, berichtete ABC. Für diese Gruppe solle es mehr Zeit geben, sich um eine Verschreibung bei ihrem Arzt zu bemühen. Denn das bleibt nach Inkrafttreten der neuen Regeln der einzige legale Weg zur nikotinhaltigen E-Zigarette: Ein Arztrezept. Das Australian Health Protection Principal Committee, eine Art Bundesbehörde, bleibt indes bei seiner Ansicht, dass E-Zigaretten mit Nikotin verboten gehören.

Australien verfolgt mit dem Vorhaben eine der radikalsten Anti-Dampf-Kurse der westlich geprägten Welt, die in starkem Widerspruch zum britischen Weg steht. Dort wird die E-Zigarette als sinnvolle Möglichkeit gesehen, um das Rauchen aufzugeben – bei deutlich gesenkten gesundheitlichen Risiken. Einige Mitglieder des australischen Parlaments haben sich nun allerdings der Sache angenommen und wollen weiter für die Dampfer streiten. Im Moment sieht es allerdings so aus, als ob nicht mehr als ein wenig Zeit gewonnen wäre.