Dampfer schreibt Scholz

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Angesichts des drohenden TabStMoG sind manche erfolgreich von der Tabakzigarette auf die E-Zigarette Umgestiegene so irritiert, dass sie zum allerletzten Mittel greifen, einem Brief an den zuständigen Bundesminister.




So einen hat ein Leser von eGarage uns zugeleitet. Er, Günter Karnowsky, ist selbst SPD-Mitglied, und diese sprechen sich untereinander – egal, welche Position einer einnimmt – mit „Du“ an; so auch der Schreiber den Bundesfinanzminister und Kanzlerkandidaten der SPD, Olaf Scholz. Die Korrespondenz ist von Februar dieses Jahres – also kurz nach Bekanntwerden der Steuerpläne für nikotinhaltige E-Zigaretten. Und natürlich haben wir die Erlaubnis des Dampfers zur Veröffentlichung des Mailverkehrs eingeholt.
Unkommentiert wollen wir das den Lesern von eGarage weitergeben, denn die Antwort aus dem Parteivorstand spricht Bände.

Lieber Olaf,

mit Entsetzen habe ich von deinen Plänen bezüglich der sogenannten E-Zigarette gelesen.

Ich bin vor 6,5 Jahren von der Tabakzigarette aufs Dampfen umgestiegen.
Diese Gleichmacherei von Tabakzigarette und „E-Zigarette“ geht mir gewaltig auf den Senkel,
denn es sind grundverschiedene Genussmittel.
Die einzige Gemeinsamkeit ist, wenn der Genießer es will, das Nikotin.
Wie viele Andere dampfe ich ohne Nikotin und auch kein Tabakaroma.

Die Lobby der Tabakindustrie und der Pharmaindustrie hat verständlicherweise mit leider
großem Erfolg gegen die „E-Zigarette“ gearbeitet. Und das sogar europaweit.

Lieber Olaf, mach dich sachlich schlau zum Thema „E-Zigarette“ und lass die Finger von dieser
Gleichmacherei aus Steuergründen.

Ca. 3 Millionen Dampfer in Deutschland sind auch Wähler! Verprell sie nicht. Mach sie zu
Wählern unserer SPD. Noch ist Zeit bis zum Wahltermin.

Herzlich Grüße
Günter Karnowsky

Es folgt die Antwort aus dem Willy-Brandt-Haus, der SPD-Parteizentrale in Berlin, aber leider nicht von Herr Scholz selbst.

Lieber Günter,

vielen Dank für Deine E-Mail, die uns am 18. Februar 2021 erreicht hat.

Der Konsum von E-Zigaretten ist ein großes Risiko für die Gesundheit: Gesundheitsschädliche und krebserregende Inhaltsstoffe in diesen Produkten sind bereits nachgewiesen.
Daher ist es dringend erforderlich, E-Zigaretten und Tabakerhitzern einer angemessenen Steuer zu unterwerfen.
Die Tatsache, dass viele Konsument*innen E-Zigaretten neben Tabakzigaretten konsumieren, zeigt zudem, dass E-Zigaretten kein geeignetes Instrument sind, um mit dem Rauchen aufzuhören.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Willy-Brandt-Haus

Noah Triller

SPD-Parteivorstand
Dialogkommunikation

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