Dampfer-Krimi in Echt

Wo das Geld lockt, weil ein Geschäft mit großem Entwicklungspotenzial gesehen wird, sind die bösen Buben nicht weit. Und so beschäftigt sich das Landgericht in Stuttgart mit einem Dampfer-Krimi.




Dabei geht es um 20 Millionen Euro, die zwei „findige Geschäftsleute“ bei möglichen Anlegern einsammelten. Mehrere hundert Geldgeber wurden um ihre Einlagen betrogen. Das Geschäftsmodell, so die Anklage der 6. Strafkammer, war die Entwicklung von E-Zigaretten der Marke NicStic durch die beiden Angeklagten.
Die legten sich vor allem PR-mäßig schwer ins Zeug und sponserten sehr werbewirksam unter anderem die Miss-Germany-Wahl.
Nur das Licht des E-Zigaretten-Marktes hat das vermeintliche Produkt nie erblickt – und das Geld der Anleger war verloren.

Seit März 2014 läuft der Prozess gegen die beiden „blendenden“ Angeklagten. Über 430 Aktenordner füllt der Prozess, mehr als 80 Zeugen wurden vernommen, 17 Befangenheitsanträge der Verteidigung gegen die Richter gingen ein. Und endloses Verlesen von Schriftstücken und Beweisanträgen – fast schon Filmreif. Natürlich darf auch ein Arzt bei den Verhandlungen nicht fehlen, denn die Angeklagten sind gesundheitlich angeschlagen.

Nur beiläufig sei erwähnt, dass sich die Angeklagten für „unschuldig“ erklärten.

Ein Ende ist noch nicht wirklich in Sicht: Bis nächstes Jahr könnte aber das Spektakel beendet sein mit einem Richterspruch.

Den echten Krimi um betrügerische Dampf-Geschäfte gibt es hier bei den Kollegen der „Stuttgarter Nachrichten“: Renditen lösen sich in Rauch auf