Dampfende Jugendliche in Europa

Die Zentrale der Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf. Foto: Shutterstock.com / ocphoto

Die Weltgesundheitsorganisation hat einen Bericht über das Dampf- und Rauchverhalten von Jugendlichen in Europa und Nachbarländern vorgelegt.




Für den „Global Youth Tobacco Survey“ wurden Informationen aus zahlreichen Ländern zusammengetragen. Sie zeigen, dass die Nutzung von E-Zigaretten unter den 13- bis 15-Jährigen sehr stark schwankt. Unter anderem in Serbien, Albanien und der Slowakei lag der Anteil der Jugendlichen, die in den vergangenen 30 Tagen gedampft hatten, im (teils unteren) einstelligen Prozentbereich. In Polen mit über 23 Prozent und in Italien mit rund 17 Prozent war das Dampfen dagegen deutlich verbreiteter. In fünf Ländern, die zwei Untersuchungsrunden zu E-Zigaretten durchliefen, stieg die Zahl der jugendlichen Dampfer zuletzt an.

Allerdings sind die nun von der WHO veröffentlichten Daten relativ alt: Die jüngsten sind von 2019, aus vielen Ländern stammen sie aber zum Beispiel von 2015 oder 2016. In Deutschland lag die Zahl jugendlicher Dampfer zuletzt laut Debra-Studie deutlich unter dem Niveau von 2016 und 2017. Im Gegensatz dazu hatte der jüngst veröffentlichte Jahresbericht der Drogenbeauftragten einen klaren Anstieg verzeichnet. Die E-Zigaretten-Branche betont immer wieder, sich nicht an Jugendliche richten zu wollen. Der Jugendschutz ist in den vergangenen Jahren sehr deutlich verschärft worden in Deutschland.




In dem WHO-Papier stehen vor allem (süd-)osteuropäische Länder im Fokus. Erhebungen über wichtige EU-Länder wie Deutschland, Großbritannien, Spanien und Frankreich sind nicht Teil der Untersuchung.

Wie könnte sich die Coronapandemie auf das Dampf-Verhalten von Jugendlichen auswirken? In einer renommierten Fachzeitschrift wurden jüngst aus den USA Daten vorgelegt, die zeigen, dass durch Corona die Zahl der jugendlichen Dampfer sehr stark zurückgeht. Ein Drittel gab das Dampfen ganz auf, ein weiteres Drittel reduzierte es. Die Raucherzahlen während der Pandemie sind hingegen vergleichsweise stabil.

 

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