Dampfen und Haustiere: Vergiftungsgefahr für Hund und Katze

Dass E-Zigaretten-Utensilien kindersicher verstaut werden müssen, versteht sich von selbst. Aber auch bei Haustieren muss man sehr vorsichtig sein.

Die tödliche Dosis Nikotin ist zwar offenbar deutlich höher als lange angenommen (hier eine Studie, die sich detailliert mit dem Thema beschäftigt), aber trotzdem gilt: Kinder sollten auch beaufsichtigt nie auch nur die Möglichkeit haben, an Liquid zu kommen. Besondere Vorsicht ist gerade deshalb angebracht, weil der süßliche Geruch vieler Liquids zum Verschlucken verführen kann.




Auch bei Haustieren sollte man allerdings auf keinen Fall nachlässig sein. Die Berichte von Tierkliniken, die akute Nikotinvergiftungen behandeln müssen, häufen sich. Die US-amerikanische „Pet Poison Helpline“ berichtet: „Mit der Verbreitung der E-Zigarette ist die Zahl der Fälle, bei denen Nikotin im Spiel ist, erheblich gestiegen.“

Gerade Hunde zerbeißen Kartuschen oder Liquid-Fläschen gerne aus Langeweile, zum Beispiel wenn sie alleine zu Hause gelassen wurden und noch nicht gut erzogen sind. Auch sie werden durch den Geruch nach Lebensmitteln dazu verleitet, die Flüssigkeit auch tatsächlich zu schlucken.

Über den Magen aufgenommenes Nikotin beginnt nach etwa 15 Minuten zu wirken. Ähnlich wie bei Menschen, die keine hohe Nikotinresistenz durch regelmäßiges Dampfen oder Rauchen aufgebaut haben, reichen relativ kleine Dosen schon für ernsthafte Vergiftungserscheinungen. Denn hinzu kommt: Die meisten Tiere haben deutlich weniger Körpermasse als ein Mensch. Die Symptome bei einer Überdosis Nikotin sind dagegen bei Mensch und Tier sehr ähnlich: Erbrechen, Durchfall, Ruhelosigkeit, hoher Puls, Zittern, Krampfanfälle und schließlich als finales Stadium Koma und Herzstillstand.

Also: Bei Hunden, Katzen und anderen Tieren im Haushalt, besonders wenn sie dazu neigen, Dinge zu zerbeißen, gehören die Dampf-Utensilien gut verschlossen in den Schrank. Zwar kommt es offenbar auch vor, dass Tiere Zigarettenkippen fressen. Allerdings liegt dann meist eine Verhaltensstörung vor, denn auch für normale Hunde und Katzen ist ein Aschenbecher kein appetitanregender Anblick und Geruch. Bei den „leckeren“ Liquids hingegen ist größte Vorsicht angebracht.