Gutes zum Dampfen in Radio und Print

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Mal wieder ist Baden-Württemberg Vorreiter in der Berichterstattung rund ums Dampfen. Diesmal beim Hörfunk und im Print.




Wir starten heute mit dem Öffentlich-Rechtlichen Hörfunk und unserem „Programmhinweis“ vor einiger Zeit. Leider musste aus aktuellem Anlass das 50-minütige Gespräch zweimal verschoben werden, heute war es dann soweit – und das Warten hat sich gelohnt. Unter Leitung des Redakteurs Thomas Ihm tauschten sich PD Dr. Ute Mons, Leitung der Stabsstelle Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg, Dr. Elke Pieper, Bundesamt für Risikobewertung, Berlin, und Prof. Dr. med. Martin Storck, Direktor der Klinik für Gefäß- und Thoraxchirurgie, Karlsruhe, zum Dampfen aus.

Dr. Pieper bestätigte gleich im Eingangsstatement das geringere Risiko für das Dampfen im Vergleich zum Rauchen bei bestimmungsgemäßen Gebrauch von E-Zigaretten, dieser Bewertung schloss sich die Fachfrau vom DKFZ an. Die Dampfe stehe aber weiter unter Beobachtung und es werde noch geforscht. Prof. Storck verwies auf die karzinogenen Stoffe durch das Verbrennen von Tabak entstehen. Die Sorge der deutschen Dampfer durch die Todesfälle in den USA bezeichneten die beiden Institutsvertreterinnen als „alarmistisches Verhalten der Medien“, langsam würde aber wieder eine Beruhigung der Verbraucher eintreten, die Zahl der besorgten Anrufe wären zurückgegangen. Mangelnde Aufklärung und Information zum Thema E-Zigaretten durch die offizielle Gesundheitspolitik wurde ebenso angesprochen wie der Disput zwischen Pharmaindustrie und Tabakindustrie und deren jeweiligen Interessen.

Vorgestellt wurden von Frau Dr. Pieper auch die unterschiedlichen Dampfprodukte, dabei zeigte sie auch deren Probleme auf. Aber in Europa und Deutschland wären durch die Tabakproduktrichtlinie alle „problematischen“ Produkte – wie Beimischung von Vitamin-Extrakten und Cannabis – vom Verkauf ausgeschlossen.

Die Position der Mediziner, die Raucher von Lungentransplantationen ausschließt, verweist auf die Krankenkosten und Entzugserscheinungen bei der Rauchentwöhnung. Einige Ärzte geben nun laut Storck zum Rauchstopp die Empfehlung E-Zigarette. Wichtig sei der Einsatz bei Herzinfarktpatienten und Erkrankten mit Kreislaufproblemen.




Alle drei Diskutanten waren sich in der Ablehnung des Dual-use, sprich des kombinierten Dampfens und Rauchens, einig hinsichtlich der Reduzierung der im Vergleich zu reinen Tabaknutzern kaum verbesserten gesundheitlichen Risiken. Eine Empfehlung zum Dampfen (für Raucher!) würde das BfR sowie ein Teil der Ärzteschaft zum Rauchentzug aussprechen. Liquids, Aerosol und E-Zigaretten werden vom BfR untersucht und bewertet und auch verurteilt – mit dem nämlichen Ergebnis.

Der Klinikmediziner sprach sich für eine weitere und bessere Aufklärung der Ärzteschaft aus, dem schloss sich Frau Dr. Mons an, denn die geringere Schädlichkeit der E-Zigaretten im Vergleich zur klassischen Tabakzigarette sei nun erwiesen. Bei der pneumologischen Gesellschaft der Ärzte sei diese Sicht allerdings noch nicht angekommen.
„Harm reduction“ bei E-Zigarette ist bei den drei Beteiligten Konsens, allerdings nicht in der medizinisch-wissenschaftlichen Publikationswelt.

Verführt das Dampfen Jugendliche zum Nikotin oder gar zum Rauchen? Der „Gateway-Effekt“ sei noch nicht voll geklärt, könne aber aufgrund der Faktenlage in Deutschland nicht nachgewiesen werden, so Frau Dr. Pieper, ganz im Gegensatz zu den USA. Dort sind (oder waren zumindest lange Zeit) Jugendschutz und Produktregulierung wesentlich weniger im Fokus der Regulierungsbehörden als in Europa. Die Studienlage ist noch unbefriedigend, was auch auf die „Neuheit“ der E-Zigaretten zurückgeführt wird. Dies gilt vor allem für die Evaluierung und Beobachtung des Dampfverhaltens bei Jugendlichen. Beispielgebend ist Großbritannien, wo durch strenge Regulierung der Tabakkonsum bei Jugendlichen stark zurückgegangen sei, aber der Konsum von E-Zigaretten nicht gegenläufig in die Höhe ging.

Eines der Fazits in der ausführlichen Diskussion: Die schlechteste Option für die Gesundheit ist immer das Rauchen, so der Mediziner, das Dampfen ist für den Rauchstopp die bessere Lösung, wozu beide Diskutantinnen zustimmen. Fatal sei, dass viele Menschen E-Zigaretten als gefährlicher hielten als die Zigarette, so Frau Dr. Mons. Sie fordert aus ethischen Gründen eine wissenschaftsbasierte Aufklärung. Die Verteufelung des Vapings würde indirekt das Rauchen stützen, das wäre für den Gefäßchirurgen die schlechteste Lösung oder Konsequenz. Er selbst kenne Arztkollegen, die Patienten zum Aufhören des Rauchens die E-Zigarette als 95 Prozent weniger schädlich empfehlen, was er als ethisch geboten empfindet. Bei gleichzeitiger vertiefter Aufklärung von Medizinern – vor allem der Hausärzte.

Alles in allem fünfzig Minuten, die sich echt lohnen, die zeigen, dass es auch hochwertige Medienbeiträge und wissende, abwägende, bestens informierte Diskussionsteilnehmer zum Thema E-Zigarette gibt – und hier geht es zum Podcast.




Nun kommen wir zur Zeitungslandschaft, zur „Stuttgarter Zeitung“, dem Leitmedium im Südwesten. Für noch unentschlossene Ex-Raucher in spe hat die Autorin die guten Vorsätze zum Thema Rauchstopp als Aufhänger genommen und sich die Mühe gemacht, die verschiedenen „Entwöhnungsoptionen“ zu durchleuchten. Mit scharfem Blick analysiert sie die Möglichkeiten von „weniger rauchen“ und gemeinsam aufhören über Nikotinersatzpräparaten und Akupunktur bzw. Hypnose bis hin zur E-Zigarette. In separaten Artikeln werden noch die Nebenwirkungen und Entzugserscheinungen des Qualmendes aufgeführt sowie simple Tipps um Durchzuhalten Beeindruckend ist die vorurteilsfreie Betrachtung und die Verweise auf die wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse aus Großbritannien, dort der Queen Mary University of London unter Federführung von Prof. Peter Hajek.