Dampf-Verbot in Australien befördert Schwarzmarkt

Die Oper in Sydney, Australien. Foto: Shutterstock.com / Irina Sokolovskaya

Australien geht wie nur wenige Länder mit äußerst scharfen Regeln gegen die E-Zigarette vor. Import und Verkauf von nikotinhaltigen Produkten sind seit 1. Oktober vergangenen Jahres vollständig verboten.




Zwei Dutzend Strafen wurden allein für illegale Werbung für Nikotinprodukte bereits verhängt, Kostenpunkt im Schnitt rund 10.000 Australische Dollar. Nikotinhaltige Liquids sind legal nur noch mit Rezept zu bekommen. Da Rauchstopp-Vorreiter Australien schon lange restriktiv gegen E-Zigaretten vorgeht, ist die Zahl der Dampfer im Land nicht besonders hoch, dennoch scheint die Zahl von 618 Verschreibungen durch Ärzte im Januar diesen Jahres relativ niedrig.

Die meisten Dampfer bedienen sich offenbar aus einer anderen Quelle: dem illegalen Handel. Die Daily Mail, eine, zugegeben, recht sensationsbedürftige britische Zeitung, berichtete nun über dramatische Zustände. Ein „riesiger“ Schwarzmarkt sei entstanden. Eine beliebte Masche laut dem Artikel: Fahrer des Dienstes Uber zeigen ihren Passagieren auf den Rücksitzen ein Menü, bedient werden die Bestellungen dann aus dem Handschuhfach. Wie kommt der Kontakt zustande? Auf Instagram und TikTok wird offenbar mit „UberVape“-Accounts geworben, die alternativ Gratis-Lieferung versprechen. Zustände, die an eine moderne Version der Prohibition in den USA der 20er- und 30er-Jahre erinnern. Genau beziffert werden können die illegalen Importe und Verkäufe freilich noch nicht.

Der Verband des kleineren Einzelhandels („Convenience Stores“) kritisierte die Entwicklung scharf. Die australische Regierung mache sich „lächerlich“, es handele sich um „katastrophales Versagen“. Denn die äußerst strenge Regulierung habe Konsequenzen. Zwielichtige Verkäufer böten E-Zigaretten überall an, auch dort, wo Kinder und Jugendliche sie kaufen könnten. Im Internet gebe es ein ganzes „Universum“ an Bestellmöglichkeiten.