Covid treibt die Briten zum Rauchstopp

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In Großbritannien hat die Coronapandemie zahlreiche Raucher zum Aufhören bewegt. Die Zahl der Rauchstopps lag um ein Drittel höher als gewöhnlich, wie aus einem Bericht der BBC auf Basis einer Erhebung des University College London (UCL) hervorgeht.




Statt wie sonst üblich 5,9 Prozent gaben 7,6 Prozent der befragten (Ex-)Raucher an, im vergangenen Jahr die Tabakzigarette aufgegeben zu haben. In einer weiteren Umfrage von Action on Smoking and Health sagten 41 Prozent der Befragten, die in den vergangenen vier Monaten aufgehört hatten, es handele sich beim Rauchstopp um eine Reaktion auf die Coronapandemie.

Für Deutschland liegen noch keine vergleichbaren Daten vor, sie dürften aber auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die Debra-Studie, für die regelmäßig Deutsche zu Rauchverhalten (und auch E-Zigaretten-Nutzung) befragt werden, reichen bislang erst in den März, den Beginn der Coronapandemie in Europa.

Hilft der Rauchstopp gegen Covid? Tatsächlich deutet viel darauf hin, dass Raucher, wenn sie erst einmal erkrankt sind, im Schnitt einen schwereren Krankheitsverlauf zu erwarten haben, was angesichts der Vorschädigung der Atemwege nicht überrascht und auch bei anderen Infektionen zu beobachten ist. Eine US-Studie hatte jüngst ein 1,8-faches Sterberisiko für Raucher beschrieben, wenn diese erst einmal im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Auf der anderen Seite könnte Nikotin möglicherweise, laut einer nicht nachgewiesenen These, das Virus bei der Verbreitung im Körper behindern (eGarage berichtete). Jamie Hartmann-Boyce, vom Centre for Evidence-Based Medicine der Universität Oxford, sagte, es gebe „biologisch plausible“ Gründe, eine mögliche Schutzwirkung zu vermuten. Nikotin könnte Zellrezeptoren blockieren, die das Virus zur Ausbreitung benötigt. Sie schränkte aber auch sehr deutlich ein, die „klinische Signifkanz“ bisheriger Studien sei „völlig unklar“. Es gebe keine konsistenten Ergebnisse über zahlreiche Studien hinweg.