Chirurgenkongress: Plädoyer für Risikoreduktion

Auf dem 138. Chirurgenkongress ging es auch um den Rauchstopp und die E-Zigarette – herausgekommen ist ein Plädoyer, mehr zu tun und vor allem die Risikoreduktion entschlossener in den Blick zu nehmen.




„Aus Sicht der Referenten braucht es in Deutschland größere Anstrengungen und ein klares Bekenntnis von medizinischen Fachgesellschaften und der Politik, denn traditionelle Ansätze der Prävention und neuere Konzepte der Schadensminimierung könnten sich gegenseitig verstärken“, hieß es in einer Mitteilung des Thrombose Initiative e.V zu der wissenschaftlichen Sitzung auf dem Kongress, der heute endet. Ohne eine solche Strategie werde der Gedanke der Risikoreduktion („Harm Reduction“) nicht umgesetzt und die verschiedenen Interessengruppen blockierten sich gegenseitig.

Als konkrete Forderungen wurde genannt: Flächendeckende Rauchstoppberatung; die Kostenübernahme des Rauchstopps, verpflichtende Schulungsprogramme für Ärzte aller Fachrichtungen, öffentliche Aufklärung über Schadensminderung durch verbrennungsfreie Alternativen und eine „differenzierte staatliche Regulierung mit Lenkungswirkung Richtung Rauchstopp“ oder auch schadensgeminderten Produkten. Bei dieser Forderungen hatten die Experten auch die Besteuerungspläne der Bundesregierung im Hinterkopf.

„Die Ärzteschaft sowie andere Verantwortliche im Gesundheitssystem sollten diese Ansätze offen und sachlich angehen, damit auch in Deutschland die Folgekrankheiten des Rauchens effektiv bekämpft werden können“, lautete die Forderung weiter.  Bei der Diskussion mit dabei waren Prof. Dr. Martin Storck (Städtisches Klinikum Karlsruhe), Prof. Dr. Daniel Kotz (Uni Düsseldorf), Prof. Dr. Ute Mons (Uni Köln), Privatdozent Dr. Tobias Rüther (Uni München), Dr. Thomas Hering (Facharzt für Pneumologie, Berlin) und Prof. Dr. Knut Kröger (Helios Klinikum Krefeld).

Martin Storck hatte sich bereits kürzlich auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie ähnlich geäußert. „Für Rauchstoppunwillige oder -unfähige stellen Alternativprodukte wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer einen risikoreduzierenden Schritt weg von den besonders gefäßschädigenden Verbindungen aus der Tabakverbrennung dar“, hieß es in einer Mitteilung. Sachliche Aufklärung zu diesen Produkten solle innerhalb einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung heutzutage Teil der Raucherberatung darstellen.