Ärzte und Bundespolitiker fordern bessere Rauchentwöhnung

Bei der 5. eGarage Insight: Klinikärzte und Bundestagsabgeordnete in der Diskussion.

Mehrere hochrangige Ärzte und Bundestagspolitiker fordern in einem gemeinsamen Statement, dass Politik und Ärzteschaft mehr für den Tabak-Stopp tun müssten.




“Rauchentwöhnung – eine politische und ärztliche Aufgabe!” ist das heute veröffentlichte, kurze Papier überschrieben, das von vier Medizinern und drei Bundestagspolitikern erstunterzeichnet wurde.

Zunächst wird auf die im europäischen Vergleich hohe Raucherquote in Deutschland eingegangen, die bei immer noch gut einem Viertel der erwachsenen Bevölkerung liegt. Dringend notwendig seien deshalb bessere politische Rahmenbedingungen: “Aktive Kampagnen zur Aufklärung der Raucher” wie auch die “Schaffung niederschwelliger Angebote zur Rauchentwöhnung”.

Gleichzeitig sollten Ärzte besser hinsichtlich des Themas Rauchstopp geschult werden. “Eine Ausbildung zur Rauchentwöhnung muss Teil der ärztlichen Aus- und Weiterbildung werden”, heißt es. Und: “Ärzte müssen befähigt werden, Raucher über alle Methoden der Rauchentwöhnung bis hin zur Risikoreduktion evidenzbasiert zu informiert zu werden.”

Die Idee, durch ein Statement einen “strukturierten Dialog” anzustoßen, entstand bei der 5. eGarage Insight, einer Podiumsdiskussion in diesem September (ausführlicher Bericht hier). Viele der Unterzeichner gehören zu den damaligen Gästen, darunter die drei Gesundheitspolitiker aus dem Bundestag Dr.
Wieland Schinnenburg (FDP), Alexander Krauß (CDU) und Dirk Heidenblut (SPD).

Auf Anfrage sagte SPD-Vertreter Heidenblut, er sei den Medizinern “sehr dankbar für den Aufschlag”. Es sei wichtig, parteiübergreifend für das Thema Aufmerksamkeit zu erregen, das Thema müsse aber auch in konkretes politisches Handeln münden. Insbesondere für schwerstbetroffene Menschen mit starker Sucht müsse man darüber nachdenken, ob die Krankenkassen entsprechende Entwöhnungsprodukte finanzieren könnten. Finanzierung sei häufig ein “Riesenproblem. Dann bleibt man beim Tabak.” Besonders lägen ihm aber auch psychotherapeutische Ansätze am Herzen. “Letzten Endes müssen die Ärztinnen und Ärzte das in der Therapie entscheiden können”, betonte er.

Die E-Zigarette war nicht Teil des Statements, das die Rauchprävention und den Tabak-Stopp allgemein zum Gegenstand hatte. Wie bereits bei der Veranstaltung im September äußerte sich Heidenblut, auf diese Rauchstopp-Option angesprochen, eher zurückhaltend. Das Prinzip E-Zigarette sei “noch nicht ausreichend evaluiert”, um derzeit als Therapie zum Einsatz zu kommen, sagte der SPD-Politiker Heidenblut. Ob sich die Lage ändere, werde die Wissenschaft entscheiden müssen. Auch hier betonte er die Therapiefreiheit der Ärzteschaft.

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