Update: Schockbilder sind nun Pflicht – Stuttgarter Nachrichten und Tagesspiegel kommentieren

Eigentlich müsste jeder, der ab heute ein Päckchen Zigaretten kauft, sofort einen Schock bekommen. Kaum, dass das Päckchen auf der Ladentheke liegt.

Er oder sie soll sich angewidert umdrehen, sein Geld wieder einpacken und sich selbst sagen: Ich will keine Raucherlunge.

So oder so ähnlich haben sich dies die Schöpfer der neuen Regelung sicher vorgestellt. Dass Warnungen irgendwann abstumpfen, haben sie vielleicht nicht einkalkuliert. Oder erinnert sich jemand der Leser ernsthaft daran, jemals an Baustellen mit der Aufschrift „Eltern haften für ihre Kinder“ Mütter und Väter gesehen zu haben, die hektisch ihre Sprößlinge bei der Hand fassen?

Und schon längst gibt es Anbieter, die für Zigarettenschachteln praktische Hüllen anbieten, auf dass in geselliger Runde zwischen den Gläsern mit gutem Riesling nicht Packungen mit Bildern von verfaulenden Zähnen liegen.

Leider allerdings wird nicht der Fall eintreten, dass solche restriktiven Lösungen wieder rückgängig gemacht werden.

Die Stuttgarter Nachrichten haben einen interessanten Kommentar veröffentlicht, den wir mit freundlicher Genehmigung unseren Lesern zur Verfügung stellen dürfen. Der Autor Markus Grabitz wirft darin die interessante Frage auf, warum das rigorose Vorgehen gegen Tabak auch die E-Zigarette trifft! Die Antwort liegt auf der Hand. Lesen Sie mal, es lohnt sich:

Es stellt sich die Frage, warum der Gesetzgeber mit genauso harten Bandagen gegen die E- wie gegen die klassische Zigarette vorgeht. Klar ist, dass die Tabakkonzerne, die seit Jahrzehnten über gute Drähte zur Politik verfügen, ein wirtschaftliches Interesse daran haben.

Die Filterzigarette wirft trotz allem noch gute Renditen ab. Dieses Geschäft will man sich nicht kaputt machen lassen von der E-Zigarette, die in China erfunden wurde und in deren Markt sich die Tabakmultis gerade erst teuer einkaufen.

Auch die Pharmalobby – sie verfügt ebenfalls seit Jahrzehnten über beste Kontakte in die Politik – hat wenig Interesse an einem florierenden Markt für E-Zigaretten. Womöglich spricht sich ja herum, dass die E-Zigarette vielen notorischen Rauchern hilft, ihr Laster sein zu lassen.

Wer kauft dann noch die Nikotinpflaster und Pillen, die die Pharmabranche zur Entwöhnung im Angebot hat?

Einen weiteren spannenden Kommentar haben wir im Tagesspiegel gefunden. „Dampf ist nicht Rauch“, schreibt da Markus Grabitz und urteilt: Die E-Zigarette ist so etwas wie das Methadon der Nikotin-Süchtigen.

Den ganzen – lesenswerten – Kommentar gibt es unter diesem Link.