Wissenschaftler gegen die Dampf-Lüge

Wir sind ähnliches leider schon gewohnt: Die Falschmeldung, Dampfen sei so gefährlich wie Zigarettenrauchen, geht um die Welt.

Das Problem dabei: Es ist schlicht falsch, worauf wir in diesem Beitrag bereits hingewiesen hatten. Weil die Behauptung einer Wissenschaftlerin, deren Studie in einem anerkannten Fachmagazin veröffentlicht wurde, sogar weit über die übliche Kritik an der E-Zigarette hinausgeht, gibt es nun eine erhebliche Gegenbewegung. Doch Gesundheitswissenschaftler und Experten machen klar, dass sie die Lage völlig anders einschätzen. Einige wurden vom New Scientist befragt, eines der bedeutendsten Wissenschaftsmagazine der Welt.

Die Aussage im Titel des Magazinsl: „Dampfen ist wirklich nicht so schädlich für Zellen wie Rauchen.“ Denn die Wissenschafler kommen insgesamt zu einer klaren Einschätzung. Marcus Munafò von der britischen University of Bristol sagte dem Magazin, der Knackpunkt sei der fehlende Vergleich zum Tabakrauchen. „Dieser direkte Vergleich fehlt weitgehend.“ In der Studie waren Zellen teils wochenlang Dampf ausgesetzt, aber maximal 24 Stunden lang Zigarettenrauch. Denn dann waren alle Zellen bereits tot.

Konstantinos Farsalinos von der Universität Patras klagt an, dass die Studie im Grunde das Gegenteil der Schlagzeilen ergeben habe, nämlich dass Zigarettenrauch deutlich schädlicher als E-Zigaretten-Dampf sei. John Britton von der Universität Nottingham betont ebenfalls, dass die Studie Tabakrauch und E-Zigarettendampf nicht richtig miteinander verglichen habe. Zudem habe die Dampf-Dosis weit über dem gelegen, was ein normaler Nutzer aufnehme.

Bleibt am Ende also ein deutliches Votum der Kollegen: Die Studie ist unrealistisch, die Versuche verzerren die Aussage über Schädlichkeit von E-Zigaretten-Dampf im Vergleich zu Tabakrauch und die Schlussfolgerung ist eine wahrheitswidrige Darstellung der Untersuchungsergebnisse. Man könnte auch sagen: Eine Lüge.