Wie gefährlich sind explodierende E-Zigaretten wirklich?

Leider gibt es immer wieder Nachrichten und sogar Videos von explodierenden E-Zigaretten. Viele Medien, so viel ist ja schon bekannt, stürzen sich auf derartige Dampfer-Unfälle – und bauschen sie  in der Regel ordentlich auf. Auch überzeugte Dampfer fragen sich natürlich: Ist die Gefahr besorgniserregend hoch?




Für Deutschland, wo es ebenfalls bereits zu Unfällen gekommen ist, liegen leider keine Statistiken vor. Doch in den USA hat es offenbar tatsächlich einen deutlichen Anstieg an Bränden und Explosionen gegeben. Wie aus diesem Dokument der National Fire Protection Association (NFPA) hervorgeht, gab es 2015 genau 15 in den Medien dokumentierte und in der Statistik erfasste Vorfälle, davon waren 13 Explosionen. Das ist viel: Insgesamt waren von 2009 bis 2014 lediglich 25 Unfälle zusammengekommen. Klar, das liegt auch am großen Erfolg der E-Zigarette. Aber offenbar wird die Sicherheitslage nicht besser, sondern möglicherweise sogar schlechter.

Nun, letztlich ist die Gefahrenquelle keine andere als bei vielen, vielen anderen elektronischen Geräten: Die Batterie. Lithium-Ionen-Batterien können bei Überlastung oder Bruch „thermisch durchgehen„, das heißt, sie in entwickeln dann in kurzer Zeit extreme Hitze. Dass das zum Beispiel auch bei Mobiltelefonen möglich ist, zeigt der Fall des Samsung Galaxy Note 7, das leicht Feuer fing und einen Milliardenschaden für den Konzern bedeutete.

Leider kommt es aber insgesamt trotz der geringeren Verbreitung bei E-Zigaretten offenbar häufiger zu Unfällen als bei Handys. Vielmehr erinnert die Anzahl der Vorfälle an die Hoverboards, die vor etwa einem Jahr extrem beliebt waren. Die Vermutung: Während der Handymarkt von großen, etablierten Herstellern dominiert wird, die sich mit aufwendigen Produkttests vor einem Desaster wie beim Note 7 in der Regel schützen wollen, sind im E-Zigaretten-Markt eben viele wenig erfahrene Unternehmen unterwegs. Zudem produzieren sind die Stückzahlen viel geringer als im Handymarkt und der Innovationsdruck enorm.

Was tun? Erstmal: Keine Panik. Unfälle mit E-Zigaretten sind statistisch betrachtet selten. Dass in Deutschland aufgrund einer EU-Richtlinie Geräte inzwischen mit einem halben Jahr Verzögerung auf den Markt kommen, kann der Produktsicherheit nicht schaden.

Eine britische Dampfer-Seite hat zudem ein paar praktikable Tipps zusammengestellt, wie man persönlich das Risiko aufs Minimum senken kann. Zusammengefasst und ergänzt lauten sie:

  1. E-Zigaretten und Dampfer-Equipment immer nur von einem Händler des Vertrauens erwerben, der in der Branche etabliert ist und einen guten Ruf besitzt. Markenware sollte vorgezogen werden. Heimische Produkte unterliegen klareren Qualitätsvorgaben, wobei sich China-Ware wohl schlicht nicht vermeiden lässt.
  2. Akkus nur mit dem Gerät aufladen, das mitgeliefert wurde. Achtung: USB ist nicht gleich USB!
  3. Nicht an Computern oder anderen USB-Ladestellen aufladen.
  4. Gerät mit separater Batterie kaufen und diese separat aufladen.
  5. Die Batterie niemals überladen.
  6. Wer ganz sicher gehen will: Bei Ladevorgang persönlich anwesend sein.
  7. Auf extreme Temperaturentwicklung des Akkus oder andere Störungen achten. Im Zweifelsfall einmal zu viel austauschen.

Nun aber genug der Sorgen in den ruhigen Tagen zwischen den Jahren. Was man als Dampfer im Hinterkopf behalten darf: Zigaretten sind wesentlich gefährlicher. Allein in den USA kommt es pro Jahr zu 7 500 (!!!) Hausbränden durch Zigaretten.