Weniger Teilnehmer an Rauchstopp-Programm wegen E-Zigarette

Großbritannien gehört zu den Ländern, wo die E-Zigarette bislang mit die größten Erfolge verzeichnen kann. Die Nutzerzahlen nehmen auf bereits hohem Niveau immer weiter zu. Bereits im vergangenen Jahr gaben mehr als die Hälfte der Ex-Raucher an, E-Zigaretten probiert zu haben. Der staatliche britische Sender BBC berichtet nun über einen interessanten Trend: Offenbar sinkt durch die E-Zigarette die Zahl der Teilnehmer an Rauchstopp-Programmen drastisch. Der Beratungsdienst „Smoking Matters“ verzeichnete in Schottland nur noch 102 Teilnehmer in einem bestimmten Bezirk, nur ein Drittel der erwarteten Zahl. Offenbar handelt es sich um einen breiten Trend, der sich auch in anderen Bezirken abzeichnet.

Das ist einen durchaus ambivalente Entwicklung. Auf der einen Seite ist es gut möglich, dass die E-Zigarette solche Entwöhnungsprogramme von der hochgiftigen Zigarette für viele unnötig macht. Sie steigen eigenständig aufs Dampfen um und verkleinern so das gesundheitliche Risiko gewaltig. Auf der anderen Seite könnte es auch sein, dass viele Raucher weiter die normale Zigarette nutzen, aber in Situationen auf die E-Zigarette zurückgreifen, in denen die „Pyro“ entweder nicht erlaubt oder sozial unerwünscht ist. So würde der Druck, das Rauchen ganz aufzugeben, verringert, aber das gesundheitliche Problem bliebe zumindest teilweise erhalten.

Die E-Zigarette wird von vielen Gesundheits“experten“ oft zu unrecht verteufelt. So gibt es bislang zum Beispiel keine Hinweise darauf, dass die E-Zigarette Nichtraucher zur gewöhnlichen Zigarette verführt. Die Gesundheitsgefahren insgesamt sind wohl um einige Größenordnungen geringer als beim Tabakrauch. Sollte sich jedoch herausstellen, dass die E-Zigarette dauerhaft von vielen Rauchern lediglich zur Ergänzung genutzt wird in Situationen, in denen nicht geraucht werden kann, würde das gesundheitspolitisch positive Urteil über die E-Zigarette zumindest geschmälert.