Weniger Tabaksteuern – und nun?

Kaum ist der neue Bundesfinanzminister im Amt, schon muss er einen Rückgang seiner Einnahmen verbuchen: Das Tabaksteueraufkommen ist im ersten Quartal diesen Jahres gesunken.




Es war gestern der Tag des Statistischen Bundesamtes, es präsentierte die Zahlen für Tabakwaren. Dass der Abverkauf von Zigaretten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast sieben Prozent zurückgegangen ist – und somit die Einnahmen um fast fünf Prozent reduziert wurden, lag bestimmt nicht nur an den guten Vorsätzen zum Jahreswechsel oder an den Schockbildern auf den Zigarettenpackungen. Oder die permanenten Gesundheitswarnungen des Staates und Rauchverbote am Arbeitsplatz und der Gastronomie.

Die Deutsche Hauptstelle gegen Suchtgefahren, kurz DHS, meldete sich sogleich zu Wort und verwies auf weniger Raucherzahlen bei Kindern und Jugendlichen, aber stagnierenden Werten bei „mittelalterlichen“ Erwachsenen, wie das Main-Echo aus Aschaffenburg in seiner heutigen Ausgabe berichtet: Staat verdient weniger an Rauchern

Wahrscheinlich viel eher am Preisbewusstsein der deutschen Raucher oder das Angebot von unversteuerten und geschmuggelten Zigaretten. Denn deren Geschäft blüht und hält die Zöllner auf Trab ob an den Grenzen oder in den Freihäfen oder am Flughafen. Ein kleiner Einblick vermittelt die Jahresbilanz des Hauptzollamts in Magdeburg, wie Focus online berichtet: Jahresstatistik 2017 des Hauptzollamtes Magdeburg

Nun sollte man angesichts des rückläufigen Tabaksteueraufkommens und der sinkenden Raucherzahlen nicht allzu traurig sein.
Wichtig ist nur, dass die EU und der neuen Bundesfinanzminister nicht auf die Idee kommen, den Ausfall durch die Besteuerung der E-Zigarette bzw. Liquids wett zu machen. Der fiskalische Schuss könnte – wie Italien zeigte – nach hinten losgehen; vom gesundheitspolitischen Aspekt ganz zu schweigen, wie die Studie vom Public Health England zeigte: Großbritannien: Zehntausenden gelingt jährlich Rauchstopp durchs Dampfen