Tabakerhitzer laut Bundesinstitut deutlich besser als Zigaretten

Die sogenannten Tabakerhitzer, allen voran iQOS von Philip Morris, sind seit ihrer Einführung umstritten. Wie viel niedriger sind die Schadstoffwerte und damit die Gesundheitsgefahren im Vergleich zur Tabakzigarette wirklich?




Welchen Vorteil haben Umsteiger also? Und wie schneiden die Geräte, in denen Tabak bei etwa 350 Grad verkokelt, statt bei mehr als 1000 Grad verbrannt zu werden, im Vergleich zur E-Zigarette ab? Dampfer ärgern sich zunehmend darüber, dass die E-Zigarette mit den Tabakerhitzern in einen Topf geworfen wird. Zweifel an den deutlich reduzierten Schadstoffwerten, die Philip Morris in eigenen Studien beansprucht, hatte vor allem eine Schweizer Untersuchung gesät, die zum Teil deutlich niedrigere Reduktionen als von dem Konzern selbst feststellte.

Nun bekommen die Tabakerhitzer allerdings von einem wichtigen Institut Unterstützung: Das staatliche deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) teilte jüngst anlässlich einer Sitzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit, dass es die Risiken im Vergleich zum Rauchen für deutlich reduziert hält.  Reiner Wittkowski, Vizepräsident des BfR, sagte: „Eine Studie von Forscherinnen und Forschern des BfR und des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Sigmaringen zeigt nun, dass Tabakerhitzer weniger schädliche Stoffe, wie zum Beispiel krebserregende Substanzen, erzeugen als herkömmliche Tabakprodukte.“ Gesundheitliche Beeinträchtigungen seien trotzdem möglich, betonte der BfR-Vertreter.

Die Untersuchung selbst wurde Anfang Mai offiziell veröffentlicht. Die Aldehyd-Emissionen lägen zum Beispiel um 80 bis 95 Prozent unter den Werten einer Tabakzigarette. Bei den sogenannten flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) liegen die Emissionswerte um 97 bis 99 Prozent niedriger. Die Forscher haben offenbar allerdings nicht alle Inhaltsstoffe untersucht und regen weitere Untersuchungen an. Zudem sei die Nikotinabgabe schwankend, was infrage stellen könnte, ob der Umstieg für Raucher attraktiv bleibt. Zudem gebe es Unklarheiten bei der Standardisierung der Vergleiche. Dennoch bestätigen die Forscher ein zumindest deutlich reduziertes Giftniveau.