Schweizer Kamm

Nein, dabei geht es nicht um die Bergkämme im Nachbarland oder gar um den beliebten Schweizer Käse, aber Käse ist die Entscheidung der Eidgenossen trotzdem.




Nein, man kann das Rauchen und das Dampfen nicht gleichsetzen, weder politisch noch in medizinischer Betrachtung. Leider ist dies nun mal wieder auf staatlicher Seite geschehen.

Aber die gute Nachricht vorab: Nikotinhaltigen E-Zigaretten dürfen wohl künftig in der Schweiz gehandelt werden. Aber: Dafür gelten für den Konsum von elektronischen Zigaretten die gleichen Beschränkungen wie für Tabakzigaretten. Also kein Dampfen in geschlossenen, öffentlichen Räumen, so sieht das eine überarbeitete Fassung des geplanten Tabakprokuktegesetzes vor.

Der Bundesrat hat sich gegen ein umfassendes Werbeverbot für Tabakwaren in der Schweiz ausgesprochen, wie die Luzerner Zeitung berichtet: Tabakwerbung: Bundesrat verzichtet auf Werbeverbot.
Dieses war im vergangenen Jahr als Gesetzesvorlage eingebracht worden. Und sollte quasi einem Totalverbot gleichkommen für Printmedien, Online, Kino und im öffentlichen Raum, also auch Plakate. Und dies hat nun gleich Entrüstungsstürme verursacht. Aus ganz unterschiedlichen Richtungen. eGarage berichtete über die unterschiedlichen Positionen: Schweiz: Suchtexperten fordern Harm Reduction

Bruno Pazzetti, FDP-Nationalrat aus Zug, lehnt auch den neuen Entwurf ab und geiselt ihn als Verbraucherbevormundung. Denn: «Dabei hat das Parlament klar verlangt, dass Alternativprodukte wie E-Zigaretten differenziert reguliert werden sollen», so Pazzetti.

Die Auseinandersetzung über Gesetzentwurf und überarbeitete Fassung geht wohl in die nächste Runde. Vielleicht sollte die Tabakprävention unter dem Vorbehalt und Eindruck von Harm Reduction stehen. Und nicht Tabakzigarette und Dampfe über den gleichen Kamm scheren. Vor allem, wenn man wirklich die Raucherzahlen senken will.