Nur nachfüllbare E-Zigaretten helfen beim Rauchstopp

Die meisten Langzeitdampfer schwören auf nachfüllbare Modelle und nicht Einmal-E-Zigaretten. Britische Forscher vom Londoner King’s College haben nun eine ausführliche Studie vorgelegt, die belegt, dass auch nur die Modelle mit Tank und freier Liquidwahl beim Rauchstopp helfen. Das zentrale Ergebnis einer repräsentativen und demografisch bereinigten Umfrage, die nach einem Jahr wiederholt wurde: In diesem Zeitraum hatten 28 Prozent der Nutzer von wiederbefüllbaren E-Zigaretten das herkömmliche Rauchen aufgegeben, sofern sie täglich zur E-Zigarette griffen.

Dass das ein außergewöhnlich hohes Ergebnis ist, zeigt der Vergleich mit den anderen Gruppen. Nur 13 Prozent der Raucher, die keine E-Zigarette benutzen, hörten damit zwischen Dezember 2012 und Dezember 2013, dem Untersuchungszeitraum, auf. Die Einmal-E-Zigaretten dagegen unterstützen offenbar nicht beim Rauchstopp, im Gegenteil: Nur elf Prozent der Nutzer gaben das Rauchen auf. Wer nicht regelmäßig wiederbefüllbare E-Zigaretten nutzte hatte sogar nur eine 9-prozentige Chance, mit dem Rauchen aufzuhören.

Über statistische Kontrollmethoden können Forscher heutzutage relativ sichere, repräsentative Ergebnisse erzielen. Ein Problem bleibt jedoch: Die Wirkungskette. Wie Ann McNeill, Professorin am King’s College, einräumte, könnte es sein, dass tägliche Nutzer von E-Zigaretten sich von den anderen Befragten unterscheiden. Zum Beispiel ist es möglich, dass sie ohnehin einen stärkeren Vorsatz hatten, das Rauchen aufzugeben. Die Kausalität ist also nicht klar beweisbar durch eine solche Umfrage.

Dennoch: Die deutlich über doppelt so hohe Erfolgsquote der wiederbefüllbaren „Dampfen“ ist ein sehr deutliches Ergebnis und zumindest ein starker Hinweis darauf, dass für den Rauchstopp wiederbefüllbare E-Zigaretten das wahrscheinlich überlegene Hilfstmittel sind.

Die Studie ist aber nicht nur unter dem gesundheitlichen Aspekt interessant. Sie bestätigt auch einen Trend, den die E-Zigaretten-Wirtschaft nicht ignorieren kann. Offenbar sind „Dampfen“ mit wiederbefüllbarem Tank für die Konsumenten das deutlich attraktivere Produkt und versprechen langfristig auch höhere Verkaufszahlen und entsprechenden Markterfolg. Das zeigt sich bereits in den USA, wo nach einem anfänglichen Boom die Verkaufszahlen von Einmal-E-Zigaretten wieder sinken, die Tankmodelle aber weiterhin boomen. „Big Tobacco“ kommt gegen die flächendeckend sich ausbreitenden „Vape Shops“ und den kleinteiligen Handel über das Internet offenbar nicht an – weil man letztlich das weniger attraktive Produkt anbietet. Wiederbefüllbare E-Zigaretten sind nicht nur billiger, sondern auch leistungsfähiger und bieten eine gigantische Auswahl an Liquids für jeden Geschmack und Geldbeutel.

Auch in Deutschland ist ein ähnliches Muster zu beobachten. Während der E-Zigarettenmarkt insgesamt stürmisches Wachstum verzeichnet (egarage.de berichtete exklusiv), laufen die Einmalprodukte laut Marktinsidern nicht besonders gut. Genaue Zahlen über die einzelnen Segmente sind für Deutschland allerdings nicht verfügbar. Die neue Marke Be Posh, die im März gestartet war, fährt zweigleisig. Neben Einweg-E-Zigaretten sind auch mit Kartuschen befüllbare Mehrwegmodelle zu haben.