Noch mal zu den Hybrids – hitzige Debatte rund um die E-Zigarette 2.0

Uiihhh, da haben wir aber in ein Wespennest gestochen. Das Thema Hybrids oder E-Zigarette 2.0 bewegt die Gemüter. Und weil das so ist, fassen wir hier noch mal die Positionen zusammen.




Begonnen hatte die Diskussion mit einem Interview mit Günter Höfert, CEO des österreichischen Unternehmens Von Erl. Seine grundsätzliche Botschaft lautet: „Es gibt in der Welt der E-Zigarette eine Vielfalt an Geschmäckern, Geräten und eben auch offene und geschlossene Systeme.“ Dabei gehe es nicht darum, ein System über das andere zu stellen. „Alles hat seine Berechtigung, um so vielen Menschen wie möglich den Umstieg von der Zigarette zum Dampfen zu ermöglichen.“

Bei Facebook entzündete sich ein heftiger Streit. Ein Nutzer schrieb: „Proprietärer Schrott! Einwegnachfüllkartuschen sind der Tod von Marktvielfalt und Weiterentwicklung. Sie sind ein Rückschritt in die Zeit der Cartomizer! Das erinnert an die Abzocke mit den Patronen für Inkjet-Drucker. Jeder Hersteller hat sein System und zwei Kartuschen (am besten noch mit integriertem Druckkopf – hier also wohl bald mit integrierter Coil) kosten mehr als das Gerät beim Ersterwerb.“

Weiter heißt es dazu, mit dieser „Neuerung“ werde hintenrum versucht, unwissende Neudampfer direkt vom Markt zu trennen. Sie sollten ja nicht erst eine Idee davon bekommen, wie breit die Palette an Hardware und Liquids ist. „Die Abzocke mit den Fertigcoil-Verdampfern ist Kindertheater dagegen. Wer sowas kauft, der heiratet auch den/die Erste, den er/sie geküßt hat und lässt sich danach kastrieren!“ Harter Tobak, würde man meinen, wenn sich dieser Vergleich auf einer Website, die sich mit dem Thema E-Zigarette und Dampfen beschäftigt, nicht irgendwie verbieten würde. Aber um im Bild zu bleiben: Das sind ganz schön starke Worte und der Kommentar endet mit den Worten: „Derlei Fertigsysteme sind also für deren Käufer Selbstkastration!“

Nun ist dies eine Meinung unter vielen, aber bei weitem nicht allein: „Klar mit solch einem System lässt sich leicht viel Geld verdienen.‬“

Die Reaktion auf die Reaktion

Die Branche lebt von Vielfalt, meint Höfert dazu und entgegnet dem ersten Kritiker: „Es gibt viele Leute, die probieren E-Zigarette nicht, weil sie sich durch die Patzerei beim Nachfüllen abgestossen fühlen.“ Von Erl habe auch viele Fans unter langjährigen `open system´-Dampfern, die das Gerät schätzten, meint er und nennt unter anderem die Einfachheit, Leichtigkeit oder flache Form.

Eine Bemerkung von Günter Höfert finden wir besonders bemerkenswert: „Die Profite für Hersteller sind bei solchen Systemen weit geringer als für Liquids in Nachfüllflaschen; der Preis für die Konsumenten ist höher, aber noch immer weit unterhalb der Tabakzigarette.‬“

Das ruft natürlich weitere Fragen hervor, in dem Fall diese: „Hallo Herr Höfert, wenn die Profite geringer sind, warum dann diese Offerte?! Ich sehe darin nur vorauseilenden Gehorsam der Lobby gegenüber ‬§ 28a Tabakerzeugnisverordnung (Nachfüllmechanismus)‬. «Der Mechanismus für eine auslauffreie Nachfüllung nach § 14 Absatz 3 Satz 1 des Tabakerzeugnisgesetzes hat den Anforderungen gemäß Artikel 2 Absatz 1 des Durchführungsbeschlusses (EU) 2016/586 zu genügen.» und § 14 Abs. 1 Nr. 2 Tabakerzeugnisgesetz (2ml Volumen).‬«

Die Diskussion geht weiter

„Für mich sieht das eher so aus, als provoziert Ihr hier einen Krieg offen vs geschlossene Behälter, wer da über lang oder kurz das nachsehen hat, kann man sich ausmalen“, schreibt ein Nutzer und kündigt an: „Wenn das eintritt, werde ich alles tun, das keiner mehr euer Zeug kauft.‬“

Es bleibt interessant und eGarage ist gespannt auf weitere Äußerungen. Vorerst lässt sich ohnehin keine abschließende Meinung bilden. Erlaubt ist, was gefällt. Eine Beobachtung aus dem Hause Von Erl ist, dass die durchaus verständlichen Vorbehalte (aufgrund früherer Erfahrungen) von erfahrenen Dampfern gegenüber geschlossenen Systemen nach dem Test der My des österreichischen Herstellers verschwinden. Oder ist dies bereits wieder der Beginn einer weiteren Debatte?