Neue US-Studie: Dampfen ist optimale Schadensminimierung

Dreht in den USA der Wind? Hören die vielen Attacken gegen das Dampfen auf und entwickelt sich dort gar eine besonders fortschrittliche Einstellung zur E-Zigarette? Über die deutlich dampferfreundlicheren neuen Regeln der Aufsichtsbehörde FDA hatten wir bereits berichtet. Und im Herbst machte eine Studie die Runde, dass in den USA 6,6 Millionen vorzeitige Todesfälle durch die E-Zigarette verhindert werden könnten. Nun ist gerade eine weitere Untersuchung in den USA erschienen, die ebenfalls eine ziemlich sensationelle Botschaft hat: Es müssen neue Regeln für die E-Zigarette her, weil der Nutzen für die öffentliche Gesundheit so groß ist.

Die Studie ist im renommierten „Annual Review of Public Health“ erschienen. Beteiligt waren die New York University und drei weitere etablierte Universitäten und Gesundheitsorganisationen. „Alternative Nicotine Delivery Systems“ (ANDS), zu denen die E-Zigarette gehört, hätten das Potenzial, „die 120-jährige Dominanz der Tabakzigarette aufzubrechen und die Tabak-Epidemie umzukehren, wenn die Nikotin und tödlicher entknüpft werden“. Besonders erfolgsversprechend sei, dass E-Zigaretten gut schmeckten und Nikotin lieferten, aber deutlich weniger schadeten. Schadensminimierung durch E-Zigaretten und andere ANDS stelle eine „außergewöhnliche Chance“ dar, in der Tabakkontrolle deutliche Fortschritte zu erzielen.

Interessant an der Studie ist auch die Einordnung verschiedener Tabak-Alternativen auf einer Schädlichkeitsskala. E-Zigaretten haben demnach ein leicht höheres Schadenspotenzial als Nikotinpflaster und -kaugummis, sie fallen aber trotzdem noch in die Kategorie, die mit „viel weniger Schaden“ überschrieben ist. Smokeless Tobacco, zum Beispiel iQOS von Philip Morris, schneidet insgesamt deutlich schlechter ab.

Die Autoren der Studie adressieren auch zwei wichtige Punkte, die der E-Zigarette häufig entgegengehalten werden. Erstens, so die Wissenschaftler, gebe es nur schwache Hinweise darauf, dass Nichtraucher mit E-Zigaretten anfangen würden. Auch bei Jugendlichen sei dies nicht zu befürchten. Zwar habe es dort einen deutlichen Anstieg der Nutzerzahlen gegeben, aber Dauerdampfer seien selten und vor allem sei gleichzeitig die Zahl der Raucher deutlich zurückgegangen. Zweitens räumen die Forscher ein, dass die Erfolgsquote beim Rauchstopp-Versuch mit E-Zigaretten nicht großartig sei, aber sie sei mindestens so gut wie zum Beispiel mit Nikotinpflastern. E-Zigaretten würden aber deutlich mehr Menschen ansprechen. Insgesamt gehen sie also von einem Gewinn für die Betroffenen und die Gesellschaft aus.

Die Schlussfolgerung: Die E-Zigarette sei der „Sweet Spot“ der Strategie der Schadensminimierung, also der beste Kompromiss.